Bücher zu Ostern

Zwischen Obereidorf und Osterode

Allerlei Hasen und andere Ostertiere tummeln sich in diesen Bilderbüchern und haben ihre schönsten Abenteuer zwischen den Zeilen und in wunderbaren Bildern versteckt. Sie zu entdecken, ist nicht nur in der Osterzeit ein großes Lese-Vergnügen.

Welche Aufregung! Um ein Hasenhaar hätte Lodengrün sein Glück verpasst und die Hasenprinzessin nicht mit seinem Gesang erobern können. Beim „Sängerkrieg der Heidehasen“ in Obereidorf wäre er nämlich ganz klar der Favorit gewesen, doch dann drehten der Minister für Hasengesang und Wackelohr, der Leiter des Hasenmusikvereins, an der Sonnenuhr, damit Lodengrün nicht rechtzeitig erscheint. Ole Könnecke hat James Krüss’ Kindertheater- und Hörspielklassiker nacherzählt und mit lustigen (Bühnen-)Bildern bestückt: Sonne und Wolken hängen vom Schnürboden herab, die Bäume sind Kulissen, und dazwischen wird der fesche Lodengrün, der so schnell nicht aufgibt, doch noch zum glücklichsten Hasen der Welt (ab 4 Jahren, Carlsen Verlag; 14,90 Euro).

Bastian hat ein Problem, aber das hat weniger mit Gesang und Wettstreit als mit dem Malen und seinen Ohren zu tun. Denn die sind so lang, dass der Spiegel sie nicht zeigt, mit dessen Hilfe Bastian an einem langweiligen, kalten Tag ein Selbstbildnis anfertigen will. Erna Kuiks kleiner Künstler findet nicht nur dafür eine Lösung, sondern setzt dabei auch den neuesten Hasenhutmodetrend. „Zwei lange, lange Ohren“ ist eine Geschichte über Selbstbewusstsein und Kreativität in wachsmalartigen, leuchtenden Illustrationen (ab 4 Jahren, Atlantis Verlag; 13,90 Euro).

Träume werden vielleicht nicht immer Wirklichkeit, aber dass sie einem den Weg weisen können zum Glück, davon erzählt Daan Remmerts de Vries’ „Traumkaninchen“. Das kann Eule nämlich nicht ausstehen, die hat sich aber in den kleinen, hoppelnden Egoisten verliebt. Die hübsch ummalten Collagen aus Musterpapier machen Mut, über den eigenen Schatten zu springen (ab 4 Jahren, Verlag Freies Geistesleben; 14,90 Euro).

Wie sehr unterschiedliche Lebensweisen den Beteiligten zu schaffen machen können, erzählt die Geschichte „Herr Hase und Frau Bär“ mit opulenten Großaufnahmen und ungewöhnlichen Bildausschnitten. Herr Hase, reinlich, ordentlich und pflichtbewusst, hat sich eine anstrengende Untermieterin ausgesucht: Frau Bär mag’s nämlich lieber gemütlich, ist dafür ein bisschen nachlässig und haut ab und zu gründlich mit ihren Bärenbrüdern auf den Putz. Irgendwie schaffen es Hase und Bär aber doch noch, voneinander zu lernen (ab 4 Jahren, Nord Süd Verlag; 13,80 Euro inklusive mp3-Hörbuch).

Um ein ungleiches Paar handelt es sich auch bei Nulli und Priesemut, denn der eine ist Hase, der andere Frosch, womit die beiden eigentlich ganz gut leben können. Nur ausnahmsweise gibt Priesemut daher sein Froschsein auf und springt als Hase ein, denn dem Oberosteramt in Osterode sind die Mitarbeiter ausgegangen. Schnell lernt „Der Osterfrosch“ von seinem Freund Nulli die verantwortungsvollen Aufgaben – und erklärt nebenbei den Lesern, wie man Ostereier färbt und verziert. Zur Belohnung winken Omas Ostereierpfannkuchen – Rezept zum Nachbacken anbei (ab 3 Jahren, Lappan Verlag; 12,95 Euro).

Bauer Bummel hat seinen Hühnern ein Ultimatum gesetzt: In zwei Tagen braucht seine Bäuerin gut gefüllte und versteckte Osternester. Die panischen Hennen sind überfordert und veranstalten ein „Ostercasting“, um den perfekten Eierbemaler und -verstecker zu finden. Pferd, Schwein, Hund und Eichhörnchen beweisen zwar viel Talent, aber doch eher für andere Dinge. Und so hat ein in Osterfeierlichkeiten bewährtes Tier in „Osterhase gesucht“ leichtes Spiel und schließlich großen Erfolg. Ein fröhlich illustriertes Bilderbuch über die Vielfalt der Begabungen (ab 3 Jahren, Coppenrath Verlag; 12,95 Euro).

Aus dem Blickwinkel eines anderen, ebenfalls langohrigen Tieres beschreibt Brian Wildsmith „Die Ostergeschichte“: Ein junger, unerfahrener Esel erzählt, wie er Jesus beim Einzug nach Jerusalem getragen und bis unters Kreuz begleitet hat. Er hat es sogar geschafft, am Ölberg als Einziger wachzubleiben, während Jesu Freunde einfach einschliefen... Farbenfrohe, aquarellierte Bilder zeigen das Tier bei den beeindruckendsten Erlebnissen seines jungen Esellebens (ab 4 Jahren, Bohem Press; 14,90 Euro).

Von Christine Diller

Rubriklistenbild: © Schlaf

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