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Modiglianis liegender Akt von 1917 sorgt nicht zum ersten Mal für Aufsehen.

Modiglianis "Liegender Akt" versteigert

Das ist die zweitteuerste nackte Frau der Welt

New York - Als es zum ersten Mal ausgestellt wurde, löste das Bild einen Skandal aus. Jetzt kam der legendäre Akt erstmals unter den Hammer, erzielte einen Rekord - und wieder kam es fast zu einem Tumult.

Ein chinesischer Sammler ist als Sieger aus einer neunminütigen Bieterschlacht unter sieben Interessenten hervorgegangen. Der Kunstliebhaber ersteigerte bei einer Auktion des Hauses Christie's am Montagabend in New York ein Aktgemälde von Amedeos Modigliani für 170,4 Millionen Dollar (158 Millionen Euro) und stellte damit einen neuen Rekord für Werke des italienischen Malers auf. Der Preis war zudem der zweithöchste, der je für ein Kunstwerk gezahlt wurde. Den Rekord hält nach wie vor das Bild "Die Frauen von Algier" von Pablo Picasso, das im Mai für 179,4 Millionen Dollar versteigert wurde.

Das Bild "Nu Couché" (Liegender Akt) von 1917 zeigt eine Frau, die sich nackt auf einem roten Sofa räkelt. Es hatte einen Skandal ausgelöst, als es vor knapp hundert Jahren zum ersten Mal in Paris ausgestellt worden war.

Es war das erste Mal, dass das Gemälde unter den Hammer kam. Die Auktion in New York gehörte zu einer der spektakulärsten der Saison und wurde von vielen Schaulustigen durch die Fenster verfolgt. Die Polizei verfügte nach dem Schlussgebot einen sofortigen Stopp der Auktion, um einen Tumult zu verhindern.

Vor dem Modigliani war unter anderem das Pop-Art-Werk „Nurse“ (Krankenschwester) des US-amerikanischen Malers Roy Lichtenstein aus den 1960er Jahren für 95,4 Millionen Dollar (89 Millionen Euro) unter den Hammer gekommen. Insgesamt kamen Gebote für 491,35 Millionen Dollar zusammen, fast 50 Millionen mehr, als von Christie's erwartet worden war.

AFP/dpa

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