Mord im Pferdestall

- Ein alter Professor, ausgewiesener Experte für Petrarca, verschwindet in der Stadt. Seiner aufgeregten Tochter Laura Hindersten ist das Engagement der Polizei zu lasch. Ein anderer alter Mann wird in seinem Haus in einem Dorf bei Uppsala erschlagen aufgefunden. Dem Polizeiteam um Ann Lindell steht eine mühselige Arbeit bevor, denn weit und breit ist nicht das geringste Motiv für diese Tat zu erkennen.

Warum wird ein einsamer, einfacher, obendrein offenbar grundanständiger Rentner umgebracht? Und ein zweiter Mord geschieht im Pferdestall - auch an einem Senior. So verbissen die Kriminaler nun nach Verbindungen, Beziehungen suchen, mögliche Varianten durchspielen - bedroht ein verrückter Schachfanatiker nach "Bauer" und "Springer" womöglich die Königin? -, so erfolglos bleiben sie.

Grusel, Grauen und ein spannendes Finale

Kjell Eriksson (1953 geboren) erzählt - ganz im Stil Henning Mankells - ausführlich, ja gemächlich. Die Psychologie der Personen, ob Opfer, ob Täter, ob Polizistin oder ob Nebenfigur, steht im Zentrum. Die Beweggründe menschlichen Handelns werden sorgfältig nachgezeichnet. Da ist der Alltag der allein erziehenden Mutter Ann, die eine neue Liebe möchte und zugleich Angst davor hat. Da ist die alerte Angestellte Laura, die mit aller Gewalt eine Liebe erzwingen will und die immer tiefer in den Wahnsinn driftet. Vor allem wie der Autor den sich steigernden Irrsinn in beklemmende Bilder und Szenen setzt, das Sich-Hineinbohren in die Ausweglosigkeit aufbaut, ist bemerkenswert. Daneben ist für Grusel, Grauen und ein spannendes Finale gesorgt.

Kjell Eriksson: "Die grausamen Sterne der Nacht". Aus dem Schwedischen von Paul Berf. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 395 Seiten; 19,90 Euro.

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