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Unser Mann in Moskau: Musikkritiker Maximilian Maier auf dem Roten Platz. 

Auftritt im Tschaikowsky-Konservatorium

"Liebesgrüße aus Moskau": Putin besucht Konzert der Münchner Philharmoniker 

Ein echter Machthaber im Publikum: Russlands Präsident Wladimir Putin lauschte dem Auftritt der Münchner Philharmoniker im Tschaikowsky-Konservatorium. Die Musiker spielten zusammen mit Kollegen des Mariinsky Orchesters aus St. Petersburg, schließlich haben beide Ensembles denselben Chef: Valery Gergiev.

Update vom 12. Oktober 2016: Wilde Gerüchte: Wie britische Medien berichten, holt Präsident Putin Russen wegen Kriegsgefahr aus Europa heim. Ein Ziel für einen russischen Atomschlag soll München sein.

Jubel für Valery Gergiev und Münchens Philharmoniker beim Gastspiel in Moskau. 

Unverhofft kommt oft. So ging es den Münchner Philharmonikern mit ihrer Kurzreise nach Moskau. Eigentlich war eine Nordeuropa-Tournee geplant, mit Stationen wie Helsinki, Kopenhagen oder Aalborg. Doch im November vergangenen Jahres sprang unerwartet ein wichtiger Sponsor ab und der Trip fiel ins Wasser. Nicht das erste Mal, dass deutsche Spitzenorchester an einer Reise in diese Regionen scheitern. Sich damit abzufinden und sich über die unverhofft freien Tage zu freuen passt zu Chefdirigent Valery Gergiev ungefähr so gut wie deutsche Satire ins türkische Staatsfernsehen. So bastelte der Nimmermüde mit dem Orchestermanagement ein Ersatzprogramm für Moskau zurecht: ein deutsch-russisches Gemeinschaftsorchester mit Mitgliedern der Philharmoniker und des Mariinsky Orchesters aus St. Petersburg.

Die Philharmoniker gastierten zuletzt 1988 in der russischen Metropole. Seitdem hat sich historisch und politisch viel getan. Moskau fühlt sich weit weg an, fremd, unbekannt. Dabei liegt es München geografisch näher als beispielsweise Lissabon. Beim Durchstreifen der Stadt wird die einstige Verbundenheit Russlands mit dem Westen sichtbar. Der heutige Kreml wurde weitgehend von italienischen Meistern erbaut. Ivan der Schreckliche schenkte britischen Kaufleuten zur Pflege der Handelsbeziehungen eine Residenz und auch das Bolschoi-Theater erinnert in seiner klassizistischen Architektur an hiesige Kulturtempel. Neben solchen Beispielen finden sich natürlich auch viele aus der Zeit der Entfremdung, des Kalten Krieges, der Sowjetunion.

Völkerverständigung mit Hilfe von Musik

Die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs behutsam geknüpften Bande zwischen Ost und West wurden in jüngster Zeit immer fragiler. Umso wichtiger, dass diese Reise der Philharmoniker zeigte, wie Völkerverständigung mit Hilfe von Musik gelingen kann. Ganz unbekannt waren die St. Petersburger Kollegen indes nicht, gastierten sie doch häufiger in München, etwa beim Festival „MPhil 360˚“. Die Pulte waren gemischt besetzt und die Musiker tasteten sich bei der Probe in der etwas außerhalb gelegenen „Philharmonie 2“ aneinander heran. „Der Kollege passt ganz genau auf, wie ich was spiele“, meinte ein Münchner Musiker augenzwinkernd.

Zum Konzert im wunderschönen Großen Saal des Konservatoriums hatte man sich dann auch musikalisch gefunden. Der Raum unterstützte das Projekt: Dort hängen Gemälde, die – mit Ausnahme von Chopin – ausschließlich russische und deutschsprachige Komponisten zeigen.

Putin gab sich Ehre

Auf der Bühne offenbarte das Gemeinschaftsorchester einen reizvollen Mischklang. Den Ausschnitten aus Prokofjews „Romeo und Julia“ sowie aus dessen zweitem Klavierkonzert tat das direkte, massive Spiel der Petersburger gut. Bruckners vierte Sinfonie hingegen profitierte vom warmen, erdigen Klang der Phillis. Dass sich in der ersten Konzerthälfte Wladimir Putin die Ehre gab, verlieh dem Abend zwar eine spannende politische Würze. Doch die Münchner Philharmoniker und das Mariinsky Orchester bewiesen, was Kunst kann: vergessene gemeinsame Wurzeln freilegen, Verkrustungen aufbrechen, Vorurteile abbauen und miteinander Dinge angehen.

Aktuell sind auch die BR-Symphoniker in Nordamerika auf Tour. Unser Autor Markus Thiel ist dabei und berichtet vom ersten Konzert in Washington.

Bei Konzert in Moskau: Putin lauscht den Philharmonikern

Maximilian Maier

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