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„Herr Haas zeigt: Hasen“: Ausstellung im Valentin Karlstadt Musäum feiert die Langohren

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Von: Leoni Billina

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Das Kaninchen aus Alice im Wunderland hat einen Pinsel unter den Arm geklemmt und schaut auf seine Taschenuhr
Das berühmte Kaninchen aus Alice im Wunderland ist eigentlich ein Hase © Steffen Haas

Eine Ausstellung über Hasen zur Winterzeit gibt‘s zur Zeit im Valentin Karlstadt Musäum zu bewundern. 55 Künstlerinnen und Künstler haben sich in die Welt der Langohren hineingedacht und erhellen mit humorvollen Erkenntnissen über die Tierchen.

Vorsichtig, ausgestattet mit weißen Handschuhen packt Steffen Haas eine kleine Schachtel aus. Im Karton: Noch ein Karton, genauer ein Eierkarton. Er klappt ihn auf und zum Vorschein kommen fünf etwas ramponierte, bemalte Eierschalen. Das „Eier-Orakel“. Nach Schweizer Tradition werden an Ostern hart gekochte Eier aneinander „getütscht“. Wer das robusteste Ei hat, hat gewonnen.

Die mit Hundeköpfen bemalten Schalen von der Schweizer Künstlerin und Comiczeichnerin Karoline Schreiber allerdings sind Teil der Ausstellung „Herr Haas zeigt: Hasen“ im Valentin Karlstadt Musäum. Coronabedingt seien einige der Kunstwerke zu spät angekommen, sagt Kurator Steffen Haas. Die Post hätte da wohl aktuell Probleme. So trifft das Eier-Orakel auch erst um Punkt 11.01 Uhr ein, auf den Schlag zur Ausstellungseröffnung im Turmstüberl.

Dort heißt es vom 25. November bis zum 8. März Vorhang auf für die langohrigen Hauptdarsteller der nächsten Wochen: Hasen. 55 Künstlerinnen und Künstler hat Haas für seine Ausstellung gewinnen können. Manche von ihnen hatten bereits ein paar der Tierchen in petto, andere wurden extra angefertigt.

Ein Mops mit aufgesetzten rosa Hasenohren, darunter steht „merry Christmas“
Auch ein paar falsche Hasen sind dabei: Wie der Mops im Kostüm von Rudi Hurzlmeier © Rudi Hurzlmeier

Was macht der Osterhase privat? Welchen Sport treibt er?

Und ganz in Karl-Valentin- und-Liesl-Karlstadt-Manier ist die humorvolle Veranstaltung genau das, was einem in dieser kalten, grauen Jahreszeit fehlt: Etwas, das gute Laune macht und dem Besucher mal ein Schmunzeln entlockt, mal die Lachtränen in die Augen treibt.

Apropos Jahreszeit, mag sich so mancher denken, was haben die Tiere eigentlich im Advent verloren? Das war der Grundgedanke für die Ausstellung, erklärt Haas. Was machen die Mümmelmänner, wenn sie nicht mit Ostereiern beschäftigt sind? Welche Sportarten bevorzugen sie? Was machen sie nebenberuflich? Immerhin dürfte die Beschäftigung als Osterhase einmal im Jahr nicht für den Lebensunterhalt reichen. Vor allem nicht für Münchner Hasen.

Künstlerinnen und Künstler haben zeichnerisch den Alltag der Hasen dokumentiert.

All diesen Fragen sind Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nachgegangen und erleuchten den Besucher mit humorvollen und tiefsinnigen Erkenntnissen über die Langohren.

Im gemütlichen Stüberl sind gezeichnete und gemalte, moderne und klassische Hasen zu bewundern, wie der Mops im Kostüm vom Münchner Künstler Rudi Hurzlmeier, der unlängst mit dem Pocci-Preis ausgezeichnet wurde. Oder der „Blaue Rammler“, frei interpretiert nach Franz Marc. Eine eindrucksvolle Verfolgungsjagd von einem Strauß und Meister Lampe mahnt den Betrachter, was passiert, wenn sich ein Langohr an die falschen Eier wagt. Auch Kurator Haas selbst hat sich ans Werk gemacht und das berühmte Kaninchen (das eigentlich ein Hase ist) aus „Alice im Wunderland“ neu interpretiert.

Ein Besuch lohnt sich, allein schon wegen der vielen Erkenntnisse, die man mit nach Hause nimmt. Und der guten Laune.

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