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Archivfoto: Sänger Joey Burns von der US-amerikanischen Band Calexico

Konzert-Kritik

Calexico in der Muffathalle: Auf der Bühne war der Sound wohl großartig ...

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Calexico spielte in der Muffathalle. Es durfte sogar mitgeklatscht werden, doch der Hallensound trübte das Vergnügen. 

Es ist gewissermaßen Tradition geworden, dass die Veranstalter sehr früh ein „Ausverkauft!”-Schild an den Ticket-Kiosk hängen dürfen, sobald Calexico in die Stadt kommen. Die aus Arizona stammende Truppe um Gitarrist Joey Burns und Schlagzeuger John Convertino verfügen über einen treu ergebenen Fankreis. 

Zurück zu den Indie-Rock-Wurzeln

Entsprechend freudig erwartete man das live zum Oktett erweiterte Duo in der Muffathalle. Und man hoffte auch ein bisschen auf Klärung, wie sich die recht heterogenen Songs des neuen Albums „The Thread That Keeps Us” in Verbindung mit den Calexico-Klassikern machen. 

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Ein abschließendes Urteil fällt aus zwei Gründen schwer. Zum einen, weil sich eine seriöse Einordnung angesichts des indifferenten, drucklosen und merkwürdig verhaltenen Hallensounds verbietet. Zum anderen, weil die Band viele ihrer soundtrackhaften Tex-Mex-Staubfolk-Klassiker gar nicht erst spielte, sondern eher selten Gehörtes stilistisch passend zu den Songs des neuen Albums arrangierte – was an sich nichts Schlechtes ist. Burns & Convertinos Interesse galt diesmal eben ihren Indie-Rock-Wurzeln, was bisweilen schön ungestüm ums Eck kam und mal an die „Eels”, an die „Queens Of The Stone Age” oder sogar an die „Pixies” erinnerte. 

Der Funke wollte nicht zünden

Obwohl sich „Calexico”-Frontmann Burns zwischen den Songs in Bestlaune zeigte, die Muffathalle als eine der weltweit besten Konzerthallen lobte, Anekdoten erzählte und sich zum Erstaunen treuer Fans sogar in Mitklatsch-Animation übte, wollte der Funke bisweilen nicht zünden. Wenig verwunderlich, schließlich können auch Calexico ohne hörbare Gitarren nicht rocken. 

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Auf der Bühne muss der Sound großartig gewesen sein: Die musikalisch über jeden Verdacht erhabenen Band-Mitglieder, etwa Trompeter und Nada-Surf-Kollaborateur Martin Wenk und Gitarrist Sergio Mendoza, arbeiteten nahtlos zusammen. So gab’s auch immer wieder großartige Calexico-Momente, vor allem dann, wenn bläser- oder akustikgitarrengestützte Songs mit viel Latin-Einflüssen auf dem Programm standen: zum Beispiel „Across The Wire”, „Crystal Frontier”, „Flores y tamales” oder die letzte Zugabe „Güero canelo”.

Christoph Ulrich

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