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David Guetta, Megastar am DJ-Pult, legte in Olympiahalle auf.

Wenn die Bühne Feuer speit

David Guetta in der rappelvollen Olympiahalle: Die Fetzen fliegen

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Star-DJ David Guetta legte am Samstag in München auf, nicht in einem der Top-Clubs der Stadt, sondern dort, wo genug Platz war für seine riesige Fangemeinde - in der Olympiahalle.

Der angesagteste Club Münchens gibt sich nicht immer als solcher zu erkennen.

Er hat zwar strenge Taschenkontrollen, aber wer einen gültigen Einlass-Schein vorzeigen kann, kommt garantiert am Türsteher vorbei. Er liegt nicht in der Innenstadt oder im Münchner Osten, nein, er residiert im Olympiapark. Wobei: Dass die mit 12000 zappelnden Menschen rappelvolle Olympiahalle am Samstagabend der angesagteste Club der Stadt war, das lag natürlich vor allem an David Guetta.

Der Franzose Guetta auf seinem minimalistischen Mischpultthron 

Größer als Guetta gibt‘s an den DJ-Pulten dieser Welt eigentlich nicht. Und trotzdem fragt man sich: Wie soll das gehen? Ein Mann und die Olympiahalle. Spielt der Franzose seine zigdutzend Radiohits ab und gut? Wer Guetta noch nie live auflegen gesehen hat, hatte am Samstag reichlich Zeit, darüber nachzudenken - so ein Star-DJ legt nicht um 20 Uhr auf. Guetta gönnt sich auf seiner „7“-Tour zwei Anheizer, und besteigt seinen minimalistischen Mischpultthron wie angekündigt um 21.45 Uhr.

Nein, er besteigt ihn nicht. Er nimmt ihn unter Licht, Laser und lautem Dröhnen in Beschlag. Sobald der 52-Jährige, der aus der Ferne betrachtet auch 25 sein könnte, sich an seine Anlage stellt und mit Knöpfen und Reglern ein Feuerwerk einläutet, ist die Halle der Club und die Sitze auf den Rängen Dekoration.

Kein Set dieses Megastars ist gleich. Guetta mischt live und spielt seine Hits dabei nur an. Er bedient sich bei Queen („Bohemian Rhapsody“), bei Guns‘n Roses („Sweet Child of mine“) und nutzt Samples seiner Kollegen für seinen ganz eigenen Mix, der dieses Mal weniger House und mehr Techno ist. Dazu zuckt die monströse Lichtanlage, speit die Bühne Feuer, fliegen wortwörtlich die Fetzen. Und das alles in so atemberaubenden Tempo, dass nur David Guetta weiß, wann er wo hinschauen muss.

Die Energie dieses Abends geht eindeutig von ihm selbst aus. David Guetta hat zwar exakt einen Anfeuerungssprung parat. Aber er bringt die Masse spielend dazu, mit ihm zu springen. Als er sich nach beinahe zwei Stunden Gezappel und einer kleinen Zugabe bückt, seine Lederjacke aufhebt und sich im Gehen lässig überwirft, ist eines klar. Die Olyhalle ist an diesem Abend nicht nur der coolste Club der Stadt. David Guetta ist auch der coolste DJ.

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