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Die Hollywood Vampire rockten die ausverkaufte Halle auf dem Tollwood.

Joooooohnnnnyyyyyyy

Hollywood Vampires auf dem Tollwood: „Bist Du deppert“ - Zirkus der Vampire begeistert München

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Am Mittwochabend spielten im ausverkauften Zelt auf dem Tollwood die Hollywood Vampires: mit dabei: Alice Cooper und Legenden wie Joe Perry. Die Fans waren aber wohl hauptsächlich wegen einem anderen Star da. 

München - Joooooohnnnnyyyyyyy! Viele der weiblichen Fans, vor allem die ganz jungen, sind wahrscheinlich gar nicht wegen der Musik hier, sondern wegen ihm: Johnny Depp alias Captain Jack Sparrow aus "Fluch der Karibik" alias Hollywood-Star alias verruchter Frauenschwarm.

Dass er gar nicht singen kann und die Gitarre eher alibimäßig auf Hüfthöhe hängen hat und darauf ein bisserl rumschwurbelt - pffft, geschenkt! Beim von ihm geschriebenen "As Bad As I Am", probiert er sich zum ersten Mal an diesem Abend im Lea-Gesang, naja, egal: Jooooohnnnnnyyyyy!!!

Der Zirkus der Vampire hat am Mittwochabend zum Auftakt des 30. Tollwood-Festivals in der Musikarena Station gemacht. Ein bombastischer Auftakt, Tollwood rocks! Obwohl getrost gesagt werden darf: Johnny Depp (55) ist schmückendes Beiwerk der "Hollywood Vampires", die wahren Helden sind Alice Cooper und Joe Perry. Bist Du deppert, die alten Knacker stehen mit ihren 70 (Cooper) und 67 Jahren (Perry) noch voll im Saft! Perrys phänomenales Gitarrenspiel und Coopers fulminante Bühnenpräsenz machen zusammen mit den fünf Begleitmusikern (also inklusive Depp) die "Hollywood Vampires" zu einer Hardrock-Cover-Band, die 90 Minuten den Fuß auf dem Gas hat. Hut ab vor diesen alten Knackern! Die sieben Herren rotzen Klassiker von The Who ("Baba O'Riley"), The Doors ("Break on through to the other side"), Motörhead ("Ace of Spades“), AC/DC ("The Jack") und freilich von Mister Alice Cooper himself ("I'm Eighteen", "School's out") und Aerosmith ("Sweet Emotion") runter, als gäbe es kein Morgen mehr. 

Johnny Depp bei dem Konzert in München.

Auch wenn Coopers Gesicht Falten wirft wie die kartographische Darstellung eines Hochgebirges - um ihn braucht man keine Angst haben, dass er trotz der körperlichen Anstrengung eines Konzerts tot von der Bühne fällt. Er steht und bewegt sich wie ein Einser. Der Kerl atmet Rock'n'Roll. Falls er doch mal umfällt, gehört's zur Show des Zirkus' der Vampire. Mögen sie ewig leben. Auch Johnny Depp, der Jack Sparrow der Sieben Weltmeere. Wie sein Alter Ego wackelt, schlendert, stolziert der Musiker-Schauspieler mit Gitarre über die Bühne, und egal, ob er wie der Piratenkapitän auch ab und zu blufft: die Idee, "Hollywood Vampires" ins Leben zu rufen, war verdammt gut. 

Wenn Depp gegen Ende David Bowies "Heroes" intoniert und er in Großaufnahme auf den Leinwänden neben der Bühne zu sehen ist, sind sowieso alle glücklich: die Frauen und Männer, die nur wegen ihm gekommen sind, und alle anderen, die Lust auf eine gute alte Rock'n'Roll-Party hatten. Die "Hollywood Vampires" haben die Lust aller gestillt.

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