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„Der Standort Galeriestraße hat sich überlebt“, sagt Hans Holzinger. Deshalb schließt er seine Galerie am Hofgarten.

Kunst der Autodidakten

„In München sind wir die Letzten“

München - Hans Holzinger schließt nach 40 Jahren seine Galerie für „Kunst der Autodidakten“.

Seit 40 Jahren gibt es die Münchner Sammlung Holzinger für „Kunst der Autodidakten“ – der Anstoß zu ihrer Gründung kam einst von Playboy Gunter Sachs: Der saß 1963 mit Hans Holzinger im Vorstand des Kunstvereins und riet ihm: „Sammeln Sie, was noch keiner sammelt und was Sie sich als Buchdrucker leisten können.“ Und das war sogenannte Laienkunst, auch als „Naive Kunst“ bekannt, also Werke, deren Urheber keine künstlerische Ausbildung absolviert haben. Im Jahr 1974 zog die Sammlung aus der familieneigenen Druckerei in den Ausstellungsraum in der Galeriestraße am Hofgarten. Holzinger Junior übernahm 1997 nach dem Tod des Vaters das Geschäft und führte es fort – bis heute. Am 27. März wird die Sammlung nach mehr als 250 Ausstellungen schließen.

Hans Holzinger hätte gern noch weitergemacht, aber am alten Ort wäre das nicht mehr möglich gewesen: „Der Standort Galeriestraße hat sich überlebt, das ist nur noch ein einziger großer Parkplatz. Und woanders in meinem Alter nochmal von vorne anfangen, das tue ich meiner Frau nicht an.“ So will der 74-Jährige sich fortan voll und ganz seiner Sammlung widmen – die umfasst schließlich über 1200 Werke, biografische Unterlagen zu über 800 Künstlern und eine umfangreiche Bibliothek. Unberührt lässt Holzinger das Ende seiner Galerie jedoch nicht: „Ich habe noch so viele Anfragen aus ganz Europa, es sind unglaublich gute Laienkünstler von der 87-jährigen Naiven bis zum gegenstandslos malenden 27-jährigen Elektriker.“ Dass die in seiner Sammlung nicht mehr unterkommen werden, bedauerte Holzinger in der „tz“: „Nun schließt mit uns einer der letzten Orte in Europa, an dem auch ungelernte Künstler ihre Werke präsentieren konnten. In München sind wir wirklich der Letzte.“

Johanna Popp

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