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Hilflose Gestalten bei „King A“ im Theater Schauburg in München

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Von: Melanie Brandl

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Schauspieler auf der Schauburg-Theaterbühne in München
„King A – Eine Ode an jedes Ritterherz“ ist jetzt im Theater Schauburg in München zu sehen. © Cordula Treml/Schauburg

Im Theater Schauburg in München startet das Stück „King A – Eine Ode an jedes Ritterherz“. Trotz witziger Inszenierung erschlägt die Masse an inhaltlichen Themen.

Die Legende um König Artus und seine Tafelrunde gilt seit Jahrhunderten als symbolischer Startpunkt der Demokratie: Menschen sitzen im Kreis und legen gemeinsam – via Abstimmung – Regeln fest. Aber reicht das? Hat die Mehrheit immer recht? Und was passiert, wenn die Regeln gebrochen werden?

Passend zu ihrem Spielzeitthema „Freiheit“ startet die Münchner Schauburg mit dem Stück „King A – Eine Ode an jedes Ritterherz“ in die Saison. Regisseurin Grete Pagan stellt dafür mit Angelina Berger, Janosch Fries, Hardy Punzel, Lucia Schierenbeck und Michael Schröder eine Truppe auf die Bühne, die hin- und hergerissen ist zwischen dem Dasein als tapfere Krieger und dem als moderne Individualisten: Da wird gekämpft und gerungen, gechillt und gerockt, gestritten und geliebt.

Theater Schauburg in München: Blasse und hilflose Gestalten bei „King A“

Goldene Plastikstühle symbolisieren die Tafelrunde, Schwimmnudeln dienen als Waffen, Merlin zaubert mit dem Drumstick statt mit dem Zauberstab (Ausstattung: Anne Hölck), und wenn es gar zu hoch hergeht, wird auch mal eine Runde Yoga eingeschoben, um die Gemüter zu beruhigen.

Das hat Witz und sorgt beim Publikum für hörbare Erheiterung. Die braucht es auch, denn die Masse an Themen, die in diese moderne Artus-Version gepackt sind, würde sonst jede Lebendigkeit ersticken. Freiheit, Demokratie, Loyalität, Verrat und Ehebruch gehören von jeher zur Geschichte. In der Schauburg aber kommen noch Aspekte wie das Ökosystem (Was passiert mit der Natur, wenn alle Drachen von Rittern getötet werden?), das Recht auf Individualität und Selbstbestimmung sowie die Emanzipation der Frau dazu.

Alles wichtig, alles richtig. Aber zu viel. Die inhaltliche Fülle nimmt den Figuren den Raum, sich zu entfalten. So bleiben Artus, Guinevere und Lancelot blasse, oft rat- und hilflose Gestalten, die Tafelrunde wird zur Schwafelrunde.

„Harte Arbeit, edles Streben“ lautet der Refrain des Songs (Musik: David Pagan), der zu Beginn und am Ende geschmettert wird und so bewusst einen Neustart evoziert, statt abschließende Lösungen zu liefern. Hart gearbeitet wurde für diese Inszenierung sicher, auch das Streben war ein edles. Allein das Resultat überzeugt nicht ganz. Trotzdem großer Applaus. Die nächsten Vorstellungen sind am 18., 20., 21., 22. Oktober (Telefon: 089/233 371 55). In der Vergangenheit inszenierte das Theater Schauburg das Stück „Angst essen Seele auf“.

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