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Josef Köpplinger, designierter Staatsintendant des Gärtnerplatztheaters, auf einer Presskonferenz zur Vorstellung der Premieren und des Programms der kommenden Spielzeit.

Vom Gärtnerplatz- zum Wandertheater

München - Für 70 Millionen Euro wird das Münchner Gärtnerplatztheater saniert. In der Bauphase wird das Ensemble zum Wandertheater: Es soll an sieben Orten in ganz Bayern auftreten.

Das Ensemble des Münchner Gärtnerplatztheaters wird während der Sanierung des Hauses an sieben Spielstätten in der ganzen Stadt gastieren. Am Cuvilliés- und Prinzregententheater, in der Reithalle und im Zelt des Deutschen Theaters in Fröttmaning sowie in der Alten Kongresshalle, im Stadtmuseum und im Akademietheater werden insgesamt 203 Aufführungen stattfinden, wie der neue Intendant des Theaters im Münchner Glockenbachviertel, Josef Köpplinger, am Freitag bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit 2012/2013 ankündigte.

“Am liebsten möchte ich das Gärtnerplatztheater zu einer Münchner Volksoper machen, wo Tanz, Theater, Musical und Musik in gleichem Maße wichtig sind“, sagte Köpplinger und ging damit auf die Kritik an der mangelnden Profilschärfe des Theaters ein. Auch Köpplingers Team ist optimistisch: “Bei mir und dem Orchester sehe ich jetzt schon, dass wir dieselbe Sprache sprechen. Und das will was heißen, schließlich bin ich Ausländer“, sagte der Italiener Marco Comin, der neuer Chefdirigent ist.

Am 11. Oktober startet die Wanderspielzeit mit “Im weißen Rössl“ im Deutschen Theater in Fröttmaning. Ab da geht es für Schauspieler, Musiker und Tänzer kreuz und quer durch München. “Ich gehe davon aus, dass es mindestens zwei solche Wanderspielzeiten geben wird, wahrscheinlich eher drei“, sagte Köpplinger. Ab der Spielzeit 2014/2015 sei das Gärtnerplatztheater zwar vermutlich wieder eingeschränkt bespielbar. “Mir ist es aber lieber, wenn wir 2015/2016 eröffnen, bevor es bei der Sanierung Flüchtigkeitsfehler gibt.“ Für rund 70 Millionen Euro soll das Haus generalsaniert werden.

Neben Theater, Konzerten, Ballett, Musicals und Operetten hat sich das Team um Köpplinger auch noch einige Extras für das Münchner Publikum einfallen lassen: Vor dem offiziellen Start der Spielzeit findet wieder ein Open-Air-Konzert bei freiem Eintritt am 16. September am Gärtnerplatz statt. Das Premierenstück “Im weissen Rössl“ wird zudem am 27. Oktober und am 30. Dezember in einer Singalong-Version aufgeführt. “Dabei wird das Publikum aktiv in die Vorstellung eingebunden, darf mit den Solisten mitsingen oder dazwischen rufen“, sagte Köpplinger.

Köpplinger will mit seinem neuen Team, das neben Comin aus Karl Alfred Schreiner als neuem Ballettdirektor und Chefdramaturg Alexander Meier-Dörzenbach besteht, neue Wege gehen. “Man soll Altes aufbrechen, aber man muss auch locken. Kunst darf nicht so sehr nach Kunst riechen“, sagte Köpplinger. Bei aller harter Arbeit müsse das Ergebnis trotzdem locker und flockig bleiben.

lby

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