München will Berlin als Museumsmetropole Konkurrenz machen

Der Maßstab für München ist Berlin -so meinte es zumindest Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) im November bei der Grundsteinlegung für den Neubau der Münchner Filmhochschule und des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst.

"Mit dem Neubau befindet sich München einmal mehr in einer Liga mit der Berliner Museumsinsel und mit allen anderen großen städtischen Kunstarealen in der Welt", sagte Beckstein stolz.

Münchens Kunstareal bekommt zudem schon 2008 hochkarätigen Zuwachs. Im Herbst soll der Neubau für die Sammlung Brandhorst in München eröffnet werden. Als Leiter für das Museum Brandhorst wurde bereits ab Januar überraschend der bisherige Direktor der bedeutenden Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Prof. Armin Zweite, verpflichtet. Die Sammlung des Ehepaars Brandhorst umfasst unter anderem Werke von Andy Warhol, Cy Twombly, Joseph Beuys und Bruce Nauman. Das neue Museum entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft der Pinakothek der Moderne.

Bis 2010 soll in dem Kunstareal um die drei Pinakotheken, Musikhochschule und Museum Brandhorst dann auch das neue Museum Ägyptischer Kunst seine Pforten öffnen. Auch mit spektakulären Ausstellungen will München 2008 seinem Ruf als Kunstmetropole Ehre machen. Höhepunkt ist im Herbst die gemeinsame Retrospektive der drei größten Kandinsky-Sammlungen der Welt - Lenbachhaus München, Guggenheim Museum New York und Centre George Pompidou in Paris. Die Schau mit 90 großformatigen Gemälden Wassily Kandinskys (1866-1944) wird zuerst vom 25. Oktober 2008 bis 22. Februar 2009 im Lenbachhaus zu sehen sein. Danach wandert sie nach Paris und New York. Zuletzt gab es vor mehr als 30 Jahren im Münchner Haus der Kunst 1976 eine gemeinsame Kandinsky-Ausstellung der drei großen Museen.

Eine provokante Schmuckausstellung mit dem Titel "Des Wahnsinns fette Beute" zeigt die Pinakothek der Moderne vom 1. März bis 31. Mai. Gezeigt werden Werke der Goldschmiedeklasse der Akademie der Bildenden Künste. Nicht realisierte Entwürfe des finnischen Architekten und Designers Alvar Aalto präsentiert die Pinakothek der Moderne vom 12. Juni bis 21. September. Unter dem Titel "In Sand gezeichnet" sind 120 Zeichnungen und 18 Modelle zu besichtigen, die nie Wirklichkeit wurden.

250 Jahre Staatliche Graphische Sammlung München sind der Anlass für eine Schau ihrer reichhaltigen Bestände von der Gotik bis zur Gegenwart (10. April bis 29. Juni) in der Pinakothek der Moderne. Aus Privatbesitz erhält die Sammlung außerdem 2008 eine der umfangreichsten Druckgrafiken von Georg Baselitz. Die Ausstellung "Baselitz auf Papier" wird vom 18. September bis zum 16. November gezeigt. Die Alte Pinakothek widmet dem Maler Ulrich Loth (um 1600 - vor 1663) unter dem Motto "Ein deutscher Maler zwischen Caravaggio und Rubens" eine Ausstellung (8. Mai bis 7. September). Loth war nach Peter Candid der bedeutendste Münchner Maler des 17. Jahrhunderts. Als Schüler Candids wirkte er bei der Ausmalung der Residenz unter Kurfürst Maximilian I. von Bayern mit. Die Neue Pinakothek wirft in zwei zeitgleichen Ausstellungen (23. Oktober bis 19. Januar 2009) einen Blick auf die zeitgenössische niederländische Landschaftsfotografie und die Landschaftsmalerei der Haager Schule im 19. Jahrhundert.

In Nürnberg präsentiert das Germanische Nationalmuseum vom 6. März bis zum 8. Juni "100 Meisterzeichnungen". Sie stammen aus der Graphischen Sammlung der Universität in Erlangen. Mit Zeichnungen von Dürer, Altdorfer, Huber, Baldung Grien und Cranach gilt der Bestand als eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen altdeutscher Zeichnungen. Zu den Kostbarkeiten gehört das bekannte Selbstbildnis des jungen Albrecht Dürer.

Auch die zweite größere Ausstellung 2008 hat mit Dürer zu tun: Unter dem Titel "Bücherschätze aus Dürers Zeit" werden vom 9. Juli bis zum 12. Oktober die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen dem berühmten Maler und der Nürnberger Buchkultur und Buchkunst um 1500 dargestellt. Erstmals soll dabei die Bandbreite des buchkünstlerischen Schaffens der Dürerzeit beleuchtet und Albrecht Dürers Bedeutung für die Buchkunst aufgezeigt werden.

dpa

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