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Zu sehr am Material gespart? Die erst zehn Jahre alte Pinakothek der Moderne muss für rund 750 000 Euro saniert werden.

Münchens Millionenbaustellen

Die guten Nachrichten zuerst: Zwei Museen sind beinahe fertig. Das Münchner Lenbachhaus (städtisch) wird nach rund vierjähriger Renovierung im kommenden Jahr wiedereröffnet.

Und das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst in München bezieht voraussichtlich im Juni seine neue Heimat direkt neben der neuen Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) und in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Pinakotheken. Ende der guten Nachrichten.

Denn die bayerische Staatsregierung steht in den kommenden Jahren bei der Sanierung von Museen, Theatern, Bibliotheken und Kunsthochschulen landesweit vor einem Investitionsbedarf von 850 Millionen Euro (wir berichteten). „Das ist eine gewaltige Summe“, sagt Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP). Bezahlt werden soll das „Schritt für Schritt“ – über einen Zeitraum von rund zehn Jahren.

Projekte in München machen dabei einen großen Teil aus. Der für die Staatsregierung vielleicht ärgerlichste, wenn auch längst nicht der größte Batzen ist die Pinakothek der Moderne, die nur zehn Jahre nach ihrer Eröffnung wegen Rissen im Mauerwerk schon wieder saniert werden muss. Kostenpunkt nach ersten Schätzungen: 750 000 Euro. Vom Februar an wird das Museum darum monatelang schließen müssen. Dafür soll es einen provisorischen Bau geben, in dem Ausstellungen gezeigt werden können. Dafür fallen aber weitere 750 000 Euro an. „Ich bin schon sehr verwundert gewesen, dass nach zehn Jahren hier saniert werden muss“, sagte Heubisch, als der Renovierungsbedarf bekannt wurde.

Der Architekt des Museums, Stephan Braunfels, sieht die Schuld für die notwendigen Arbeiten beim Bauherren, dem Freistaat Bayern. Der habe die Baukosten damals derart gedrückt, „dass kein vernünftiger Bau möglich war“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Weil bei Material gespart worden sei, sei es „nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die ersten Probleme auftreten“.

Weitaus mehr Geld braucht die Neue Pinakothek in München. Sie muss – unter anderem wegen Asbest – nach Angaben der Staatsregierung für 60 Millionen Euro generalüberholt werden. Weitere fünf Millionen wird es nach Angaben des Kunstministeriums kosten, die kostbaren Kunstwerke in der Zeit des Umbaus zwischenzulagern.

Auch für die Sanierung des Hauses der Kunst in München hat die Staatsregierung grünes Licht gegeben. Wie teuer das genau wird, ist nach Angaben des Kunstministeriums noch nicht klar. Die Größenordnung soll sich aber um die 58 Millionen Euro bewegen. Ganz zu schweigen übrigens vom Deutschen Museum in München, das bis zu seinem 100. Geburtstag 2025 mit Hilfe von Bundesmitteln für 400 Millionen Euro komplett überholt werden soll.

Beim Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz ist schon jetzt klar, dass die rund 71 Millionen Euro, die für den Umbau veranschlagt waren, nicht reichen. Nach Angaben des Kunstministeriums wird die Sanierung voraussichtlich mehr als 77 Millionen Euro und damit rund 7,5 Prozent mehr kosten. Grund seien vor allem gestiegene Baupreise. Als der Auftrag 2010 erteilt wurde, war Bauen noch günstiger. Das Ensemble des Theaters muss nun auf andere Spielstätten wie das Theaterzelt des Deutschen Theaters ausweichen.

Und auch da gibt es Ärger: Die rund 92 Millionen Euro teure Renovierung des Deutschen Theaters, für das nicht der Freistaat, sondern die Stadt München zuständig ist, macht Probleme. Die Stadt drohte der Baufirma bereits mit rechtlichen Konsequenzen. Ein Vertrag mit einem großen Musical-Betreiber konnte wegen der Ungewissheit nicht abgeschlossen werden. Die Fachleute konnten keine Garantie für die pünktliche Fertigstellung geben. Nach Angaben von Münchens Drittem Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) wird zwar aller Voraussicht nach nun doch im Juni 2013 die Schlüsselübergabe stattfinden, ein Datum für die erste Premiere soll aber nicht festgelegt werden. „Wenn es dann nicht klappt, wäre die Blamage einfach zu groß. Schauen Sie sich den Flughafen Berlin an.“

Britta Schultejans

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