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Theater folgt auf Theater. In den Räumen an der Entenbachstraße beerbt das "Hoch X" das alte "i-camp".

Nachfolger fürs "i-Camp"

"Hoch X": Münchens neues Theater

München - In der Au eröffnet mit dem „Hoch X“ eine freie Spielwiese für Künstler.

Ob Schauspiel, Tanz, Performance, Musik oder Medienkunst: Das neue Theater „Hoch X“ in der Au begreift sich als Experimentierlabor für Münchens freie Künstlerszene. Am 17. September eröffnet der Verein „Theater und Live Art München“ seine neue Spielstätte an der Entenbachstraße 37. Bis dahin wird das Gebäude, in dem sich zuvor das Theater „i-camp“ befand, rundum saniert. Dabei begreifen die Leiter des „Hoch X“ ihr Haus nicht unbedingt als Theater im klassischen Sinne.

Vernetzt Künstler: Hans-Georg Küppers, der Kulturreferent der Stadt.

„Es ist vielmehr eine ensemblefreie Infrastruktur-Einrichtung“, sagt Kulturreferent Hans-Georg Küppers. Klingt kompliziert. Gemeint ist folgendes: Es gehe darum, Kunst zu ermöglichen – also Projekte zu initiieren, Kunstschaffende miteinander zu vernetzen und ihnen eine Präsentationsfläche zu bieten. Ohne festes Ensemble, ohne nennenswerte Kuratierung. Eine Spielwiese abseits des Schubladendenkens.

Zudem soll die Spielstätte nicht nur ensemble-, sondern auch barrierefrei werden. „Durch die Sanierungsarbeiten sind die Toiletten mittlerweile behindertengerecht“, verrät Ulrich Eisenhofer, einer von drei künstlerischen Leitern des „Hoch X“. Auch der Zuschauerraum sei für Rollstuhlfahrer problemlos zugänglich. „Unser großes Ziel ist es, irgendwann in der Zukunft auch eine barrierefreie Bühne zu haben.“ Es stünde die Idee im Raum, bei den Garderoben einen Treppenlift einzubauen.

Das „ Hoch X“ wird vom Kulturreferat der Stadt München gefördert. Eisenhofer und seine Mitstreiter bekommen die Räume mietfrei überlassen, zudem erhalten sie einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 195 000 Euro, um die Kosten für Personal, technische Ausrüstung und benötigte Dienstleistungen zu decken.

Neben dem eigentlichen Theatersaal selbst, in dem etwa 165 Zuschauer Platz finden, soll erstmals auch das Foyer bespielt werden können. Für Lesungen, Diskussionsrunden und kleinen Konzerten soll es hier 48 zusätzliche Sitzplätze geben.

Bleibt noch die Frage, was es mit dem mysteriösen Namen „Hoch X“ auf sich hat. „Wir wollen das Potenzial der freien Szene entfalten“, erklärt die künstlerische Leiterin Ute Gröbel. „Wir wollen mehr Raum für das Neue, das Unbekannte schaffen und künstlerische Arbeit sichtbar machen.“ Wie das auf der Bühne dann genau aussieht, davon kann sich der Theatergänger ab dem 17. September selbst überzeugen.

Der Kartenvorverkauf beginnt am 2. August. Weitere Informationen zu Programm und Preisen gibt es im Internet auf www.theater-hochx.de.

Marian Meidel

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