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Reif für die Insel: Ein 13-Jähriger entdeckt mit Mama die Welt der Erwachsenen.

Premierenkritik zur Münchner Biennale

Uraufführung "Für immer ganz oben": Stück über Bord

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München - Die Uraufführung „Für immer ganz oben“ spielt am spektakulärsten Ort der Münchener Biennale, in der Kleinen Schwimmhalle des Müller’schen Volksbads. Unsere Premierenkritik.

33 Grad, 70 Prozent Luftfeuchtigkeit, da verbieten sich Sakkos. Ralf Ludewig macht’s richtig: Nur mit Turnhose und T-Shirt bekleidet lotst er seinen Münchner Knabenchor durch die Partitur und 55 Minuten. Die Uraufführung „Für immer ganz oben“ spielt am spektakulärsten Ort der Münchener Biennale, in der Kleinen Schwimmhalle des Müller’schen Volksbads. Die Profis vom Volkstheater wurden als Koproduzenten ins Boot geholt, allen voran Regisseur Abdullah Kenan Karaca. Doch der scheint fast zu kapitulieren, weniger vor dem dankbaren Schauplatz, eher vor dem Stück von Brigitta Muntendorf.

Um das Erwachsenwerden eines 13-Jährigen kreist das Werk, das auf einer Erzählung von David Foster Wallace basiert, ums Zurechtfinden in einer nun anbrechenden neuen Männlichkeitswelt, ums erotische Erwachen. Im Dialog mit den beziehungskriselnden Eltern passiert das, grundiert (und gewissermaßen vervielfältigt) von sich tonal schraubenden Akkorden des Knabenchors und Brav-Rockigem, das einem Instrumentalquartett anvertraut ist. Das musikalische Material ist sehr überschaubar, dadurch allerdings (gerade in der kniffligen Akustik) nachvollziehbar.

Anfangs agieren die Buben mit Flossen und Badekappen im Becken, später mit Mireille-Mathieu-Perücken am Rand. Die Mittelpunktsfigur steht auf einer locker dahintreibenden Insel. Nicht alles ist einsehbar, irgendwann hält man sich an den beherzt und souverän agierenden Ludewig. Die Leistung seiner Knaben nötigt Respekt ab, das Stück reiht sich nahtlos ein ins Biennale-Programm der neuen Chefs: ein diskussionswürdiger Konzeptrahmen, der nur mit Dünnflüssigem und szenisch Dürftigem gefüllt wird. Münchens Opera incognita war da mit Mozarts „Idomeneo“ am selben Ort viel weiter.

Weitere Aufführungen am Freitag, Samstag und am Sonntag; Infos unter www.muenchenerbiennale.de.

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