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Der Falco aus Laim: Hans-Peter Gill in seiner Arbeitskleidung.

Hans-Peter Gill im Gasteig

Münchner Falco-Imitator: "Bei mir stimmt alles"

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München - Hans-Peter Gill gastiert als Falco im Münchner Gasteig. Seit fast zehn Jahren imitiert der Laimer den verstorbenen Star aus Österreich. Und füllt immer größere Hallen.

Kürzlich haben sie in Oberösterreich gedacht: Jessas-Mara’nd-Josef, jetzt ist er wieder auferstanden. Jetzt steht er wieder auf der Bühne. Jetzt singt er wieder. „Er war populär. Er war so exaltiert. Because er hatte Flair. Er war ein Virtuose. War ein Rockidol Und alles rief: Come on and rock me, Amadeus.“ Der leibhaftige Falco ist den 2000 Menschen beim Kaiserfest in Bad Ischl erschienen.

Dabei war es gar nicht Falco, zumindest nicht der echte, der ist im Februar 1998 gestorben: Es war Hans-Peter Gill aus München-Laim, gelernter Friseur und ehemaliger Innendienstmitarbeiter bei der Allianz. Aber schon seit fast zehn Jahren Falco-Imitator. Der – nach eigener Aussage – weltbeste, einzig wahre Falco-Imitator. „Ich kann auf der Stelle zehn andere aufzählen“, sagt er. „Aber die sind alle eine Katastrophe.“ Da stimmt nix, sagt Hans-Peter Gill, 44. Weder Gestik noch Mimik, erst recht nicht der Gesang.

Bei Gill, sagt Gill, stimmt alles. Sein Selbstbewusstsein ist größer als die Frauenkirche, da steht er dem echten Falco in nichts nach. Wahrscheinlich muss das auch so sein: Sonst würde ihm kein Mensch die Rolle des genial-infernalischen Popstars abnehmen.

Wer es nicht glaubt, kann sich am 15. und 18. März überzeugen: bei „Falco – The Show“ im Gasteig in München. „Damit geht ein Traum in Erfüllung“, sagt Gill. Endlich ein großer Auftritt in München, hier hatte er noch kaum ein großes Live-Konzert, endlich ein Heimspiel. Gut zwei Stunden wird die Show gehen, Gill wird alle Falco-Klassiker singen, „Jeanny“, „Der Kommissar“, „Junge Römer“ und so weiter.

"Das richtige Aussehen vom lieben Gott bekommen"

Hans-Peter Gill sagt: „Vom lieben Gott habe ich zum Glück das richtige Aussehen bekommen – das macht die Illusion komplett.“ Der Rest ist Arbeit, jahrelange Arbeit. Unendliche Stunden hat er sich die Videos seines Idols angeschaut, Texte auswendig gelernt, den Gesang perfektioniert, inzwischen ist er mit dem österreichischen Popstar verschmolzen. Falco ist sein Leben – und sein Beruf. Gill macht das hauptberuflich. Spielt bei Stadtfesten, in Konzerthallen und wo er halt noch so gebucht wird.

Falco zum Verwechseln ähnlich sein – genau das wollte Hans-Peter Gill schon immer erreichen. Seit jenem Moment im Jahr 1986 in der Parkgarage der Münchner Olympiahalle, der sein Leben veränderte. Nach einem Falco-Konzert sitzt er auf dem Beifahrersitz, er ist auf dem Weg nach Hause. Beim Rausfahren kurbelte er das Fenster runter. Plötzlich rennen dem Auto kreischende Fans hinterher. „Falcoooo, Falcoooo.“ Sie verwechseln Hans-Peter Gill mit dem Superstar, der gerade noch auf der Bühne stand. Ein Wahnsinnsgefühl. So schmeckt also Ruhm. Und so hat alles begonnen.

Ende der Geschichte? Nicht absehbar. Nächstes Jahr hat der Falco aus Laim sein nächstes Engagement in München – diesmal im Circus Krone. So langsam werden die Hallen immer größer. Das Verrückte: Inzwischen hat Hans-Peter Gill öfter live gespielt als der echte Falco.

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