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Starken Frauen setzt Bambi ein künstlerisches Denkmal. Liz Taylor (li.) etwa. Oder Marilyn Monroe, von der es – Hommage an Andy Warhol – mehrere Farbvarianten gibt.

Werke von Streetart-Künstlerin Bambi in der Münchner Galerie Kronsbein:

Steckt hinter dieser Kunst Superstar Adele?

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Die Münchner Galerie Kronsbein zeigt Werke der Streetart-Künstlerin Bambi – hinter der sich Sängerin Adele verbergen soll.

Also, wer steckt dahinter? Hand aufs Herz: Ist es tatsächlich Adele – Adele! Musikalischer Superstar! Millionenfache Plattenverkäuferin! –, die des Nachts durch Londons Straßen zieht, um heimlich Kunstwerke an den Fassaden zu hinterlassen? Valeri Lalov lacht sein lautes, herzliches Lachen. „Na, Sie reden nicht lange um den heißen Brei herum, was?“ Was für eine Frage! Denn wenn hierzulande einer eine Antwort auf eines der bestgehüteten Geheimnisse des Streetart-Marktes haben könnte, dann Lalov. Er ist Leiter der Münchner Galerie Kronsbein. Und die zeigt ab heute die erste deutsche Solo-Schau des begehrten Graffiti-Stars Bambi, über deren Identität gerätselt wird wie um die von Banksy. „Sie ist gewissermaßen das weibliche Gegenbild von ihm“, sagt Lalov.

Krönchen auf Schritthöhe: Bambis Interpretation des „King“ Elvis Presley.

Tatsächlich erinnern die Werke, die in der grau verputzten Galerie hängen, an eine Mischung aus Banksy und Popart-Ikone Andy Warhol – gewürzt mit einem femininen Blick auf die Welt. Da wird das Krönchen des „King“ Elvis Presley auf Schritthöhe platziert; oder Marilyn ein neckisches Bambi-Puschel an ihr Glitzerkostüm gepappt. Der passt zu ihrem kessen Grinsen – und führt den angedeuteten Heiligenschein, als den man den roten Zylinder über ihrem Kopf wegen der geschickten Farbgebung zunächst missverstehen könnte, fröhlich ad absurdum. Oder der Hai – „der ist ein Vegetarier“, meint Lalov schmunzelnd und deutet auf den Fisch mit den spitzen Zähnen, mit denen er aber nicht andere Tiere oder Menschen, sondern Blumenblüten zerkleinert.

Bambis Arbeiten schmücken längst nicht mehr nur die Straßen und Unterführungen der britischen Hauptstadt, sondern auch die Häuser zahlreicher Stars. Musiker wie Kanye West, Rihanna und Robbie Williams oder Schauspieler wie Brad Pitt zählen zu den Kunden der Geheimnisumwitterten. Natürlich wird bewusst damit gespielt, dass hinter all den Werken Adele stecken könnte. Offiziell, um die Künstlerin zu schützen, weil sie eben auch in der Popmusik ein großer Star sei – sich aber auf diese Weise noch anderweitig künstlerisch austoben wolle. Doch schadet der Mythos freilich auch nicht bei der Festlegung des Verkaufspreises. Der liegt bei den Werken, die die Galerie Kronsbein anbietet, zwischen 10 000 und 30 000 Euro.

Streetart vor und in der Galerie: Im Hintergrund eine Arbeit von Blek le Rat, die er vor zwei Jahren in München anfertigte. Im Vordergrund Bambis Porträt von Angelina Jolie.

Mancher Freund der Streetart schimpft gegen diese „Kommerzialisierung“ der Kunst von der Straße. Dort komme sie her, dort solle sie bleiben – nach dem demokratischen Ideal: Kunst für alle, überall. „Diese Kritik daran, dass die Künstler mit ihren Arbeiten auch Geld verdienen, kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Kunsthistoriker Lalov. Das sei schließlich immer so gewesen – „sie müssen ihre Brötchen verkaufen, um neue Werke schaffen zu können!“ Je nach Begehrlichkeit könnten schon mal sechsstellige Summen entstehen. Aber die gewünschte „Street Credibility“, dieses Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Künstlern von der Straße, die bleibe doch. Durch unautorisierte Spray-Aktionen im öffentlichen Raum, mit denen sie politische Botschaften aussenden. An einer Fassade können die überstrichen werden. Gerahmt auf Leinwand aber die Zeit überdauern. „Denken Sie an das Weltwunder Koloss von Rhodos – wären davon einst nicht Münzen geprägt worden, hätten wir keine antiken Darstellungen des außerordentlichen Kunstwerks“, sagt Lalov. Wahrlich – Wunder sollten wir in Zeiten wie diesen hegen und pflegen.

Bis 19. September
sind die Werke von Bambi in der Galerie Kronsbein, Wurzerstraße 12, zu sehen – und zu kaufen.

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