Ministerpräsident Sellering tritt von allen Ämtern zurück

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Münchner Gemauschel

- Und wieder gibt es Ärger. Filmemacher schimpfen, ein Film wird in letzter Minute aus dem Filmfestprogramm zurückgezogen: Der "Förderpreis Deutscher Film", schon seit Jahren im Gerede, ist endgültig in Gefahr. Es klingt alles wunderschön: Den jungen Film soll der Preis mit 50 000 Euro, verteilt auf vier Ehrungen, unterstützen.

Am liebsten würden die Stifter - neben der Hypovereinsbank die Bavaria und der BR - den Preis wohl selbst vergeben. Damit das einen sauberen Eindruck macht, braucht man eine unabhängige Jury. Damit die aber nicht zu unabhängig ist, führte man dubiose Vor-Nominierungen ein. Wer genau nominiert, weiß - schon das ist ein Unding - offiziell keiner. Man flüstert sich zu, es handle sich um die Pressesprecher der HVB und die Kollegen vom FilmFernsehFonds Bayern. Aber nicht die Kompetenz dieser Nominierungen ist das Hauptproblem, sondern die Tatsache, dass es sie überhaupt gibt.

Denn dadurch teilt man die infrage kommenden deutschen Filme, alle unter der Voraussetzung eingeladen, dass sie den Förderpreis gewinnen können, in erste und zweite Klasse. Im Gegensatz zum Wettbewerb jedes anderen deutschen Festivals bleiben nur maximal drei Filme übrig, die eine Preischance erhalten. Jedes Jahr führt das wieder zu Ärger bei der Jury, der praktisch die Entscheidungsfreiheit genommen wird, und zu Enttäuschung und Wut bei den Teilnehmern: "Das ist, wie bei der WM dabei sein, aber nichts gewinnen dürfen", meint eine Produzentin. "Warum überlässt man die Entscheidung nicht der Jury?", fragt ein Regisseur. Zudem versteht keiner, warum z.B. "Mein anderes Leben", "Neandertal" und "Valerie" der Jury nicht mit zur Auswahl gestellt wurden.

"Neandertal" wurde nach Filmfestbeginn zurückgezogen - offiziell aufgrund technischer Probleme. Aber jeder weiß, dass die Regisseure und ihr Produzent Peter Rommel über ihre Nicht-Nominierung alles andere als erfreut waren. Die Stifter beschädigen mit ihren Vor-Nominierungen alle: die Jury, der man keine selbstständige Entscheidung zutraut; das Filmfest, dessen Geschmack und Auswahl man infrage stellt; diejenigen Filmemacher, denen man die Preischance willkürlich nimmt; und nicht zuletzt sich selbst: "Typisches Münchner Gemauschel" - das denkt man längst nicht nur in Berlin und Köln über den Förderpreis. Schon diesmal sagten Produzenten, deren Filme man einlud, höflich: "Nein danke!" Der Trend wird sich fortsetzen und noch verstärken. Ein anerkannter Preis wird ohne Not kaputtgemacht.

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