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Designer Thomas Mayfried

Münchner Haus der Kunst stellt seinen eigenen Designer vor

München - Das Münchner Haus der Kunst ist sich der Rolle des Museums zwischen Konsum, Spektakel und Botschaft bewusst und widmet deshalb eine kleine Ausstellung ihrem Designer Thomas Mayfried.

Es ist eine Dokumentation des Erfolges und des Niedergangs zugleich: Wenn der Jahresbericht eines florierenden Schweizer Medienkonzerns wie die Rignier AG zu 90 Prozent aus Anzeigen gestaltet ist, erstaunt das. Dass sich mit den Sehnsuchts- und Konsumbildern viel Geld verdienen lässt, mag noch positiv sein. Dass diese Gelder den Journalismus und damit die Information der Bevölkerung überhaupt erst ermöglichen, das macht mehr als nachdenklich und ist wohl wenigen bewusst. Umso mehr Mut bewies das Unternehmen 2007, als es die Künstler Peter Fischli und David Weiss mit der Gestaltung der Bilanz beauftragte: ein geglücktes Beispiel für innovatives Design.

Plakatentwürfe von Thomas Meyfried zur Ausstellung von Arbeiten Paul McCarthys im Haus der Kunst 2005; Fotos aus McCarthys "Pirate Project"

Auch das Münchner Haus der Kunst ist sich der Rolle des Museums zwischen Konsum, Spektakel und Botschaft bewusst und widmet deshalb eine kleine Ausstellung ihrem Designer Thomas Mayfried und seinen teils subversiven, teils plakativen Kollegen. 2003 gestaltete Mayfried das komplette Erscheinungsbild des Hauses um: Statt ehrwürdiger Säulenreihen als Logo schillert seitdem eine in Punkte aufgelöste Schrift in allen Farben von allen Drucksachen. Der Designer hatte für manches sogar noch radikalere Ideen: Das McCarthy-Plakat sollte deutlich provokativer und sexistischer werden, als es dann zur Ausstellung 2005 einlud.

Wie sehr die Designer das Image und den Erfolg einer Sache beeinflussen können, wird auch an anderen Beispielen klar: 1972 gestaltete Otl Aicher erstmals ein stringentes und vollständiges Farb- und Piktogrammkonzept für die Olympischen Spiele - das in vielen Städten Vorbildcharakter hatte. Da eckten andere, angefangen von den Dadaisten bis hin zu Joseph Beuys, schon mehr an. Schön, dass Design auch das kann. Schade, dass es im Haus der Kunst so sachlich, kleinräumig und unattraktiv in Vitrinentischen präsentiert wird.

Bis 22. August,

Telefon 089/ 21 12 71 13.

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