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Das Orgelgehäuse in St. Michael ist zu eng, deswegen soll ein Instrument mit harmonischerem Klang entstehen.

Münchner Juwel: Pfeifen-Paten gesucht

München - Die Orgel von St. Michael soll restauriert werden – dafür wird am Sonntag mit Haydns „Schöpfung“ ein Benefizkonzert veranstaltet.

Zu einer schönen Kirche gehört eine gute Orgel – und das gilt für die schönste Kirche Münchens sowieso, ist aber leider nicht der Fall: Ausgerechnet die Königin der Instrumente von St. Michael in der Fußgängerzone kränkelt und muss saniert werden. Kostenpunkt: 900.000 Euro. Die Hälfte des Geldes ist bereits da – der Staat hat 125.000 Euro beigesteuert, der Rest stammt von Einzelpersonen. Das verbleibende Minus muss der Jesuiten-Orden, der 1921 nach dem Verbot von 1773 wieder in die Kirche zurückkehrte, selbst beisteuern. Und da ist man ganz pfeifig, pardon: pfiffig. Die Idee: Werden Sie Pfeifen-Pate.

Und das geht so: Wer will, kann eine Patenschaft für eine Orgelpfeife übernehmen. Die 18 „Dicken“, also die großen Pfeifen, kosten 10 000 Euro, die mittleren je 1000 Euro, und die nicht sichtbaren im Inneren kann man für 100 Euro pro Stück erwerben.

Insgesamt verfügt die Orgel über 4897 Pfeifen. „Das ist ganz schön viel“, lächelt der Organist der Kirche, Peter Kofler, den Tausende Nicht-Kirchgänger auch gut aus dem Konzertsaal kennen: Er begleitet so gut wie alle Aufführungen des Münchener Bach-Chores unter Hansjörg Albrecht. „Die Sanierung ist absolut notwendig, weil die Pfeifen in einem viel zu engen Gehäuse buchstäblich eingepfercht sind“, sagt Kofler. „Das bewirkt, dass der Klang in der Tiefe immer dumpfer, schwammiger, auch leiser wird. Er kann sich nicht entwickeln, die Pfeifen haben zu wenig Platz zum Atmen.“ Um Lautstärke, betont Kofler, geht es dabei nicht. „Ich will keine lautere Orgel, sondern eine harmonischere, die in allen Lagen und allen Registern zusammenpasst.“

Und was hat man von einer Orgel-Patenschaft? „Zuerst einmal ist man dabei, wenn eine der schönsten Orgeln in neuer Pracht erklingt. Zudem erhält jeder Pate eine Urkunde, und demnächst werden wir einen riesigen Orgel-Plan gestalten, wo jede der knapp 5000 Pfeifen durchnummeriert ist. So kann man auf vier mal zwei Metern sehen, für welche Pfeife man eine Patenschaft übernommen hat.“

Sein „Patenkind“ persönlich treffen, ist allerdings nicht drin: „Ich kann ja nicht jeden Spender hinter die Orgel führen, zumal es da sehr eng ist“, lacht Kofler. Aber immerhin: Geplant ist zum Beispiel ein Kinderkonzert, in dem man seine ganz persönliche Pfeife kennenlernt. Wer also zum Beispiel eine Patenschaft für Nummer 2102 erworben hat, wird von Kofler mit ihr bekannt gemacht – indem er nur diesen einen Ton spielt. In diesem Zusammenhang sind natürlich auch Kinder- und Enkel-Patenschaften möglich: Vater, Mutter, Opa oder Oma zahlen einfach für den Sprössling.

Fest steht bereits ein hochkarätiger Termin: Am kommenden Sonntag erklingt im Benefizkonzert um 16 Uhr Haydns „Schöpfung“ in St. Michael. Frank Höndgen leitet Chor und Orchester der Kirche, und kein Geringerer als der Schauspieler Friedrich von Thun liest Texte. Der Eintritt beträgt 20 Euro auf allen Plätzen.

Von Matthias Bieber

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