Im September geht‘s los 

Kammerspiele: Mit diesem Kultroman startet die Spielzeit

München – Freie Fahrt statt Grenzen und Mauern: In der neuen Spielzeit gilt an den Münchner Kammerspielen das Motto „Unterwegs sein“. Den Anfang macht ein Kultroman rund um Liebe, Drogen, Sex und viel Musik.

Der Kultroman „On the Road“ von Jack Kerouac kommt im Herbst als Musiktheaterstück auf die Bühne der Münchner Kammerspiele. Regisseur David Marton soll damit am 28. September die neue Spielzeit eröffnen. In der Geschichte reisen junge Menschen quer durch die USA, unablässig auf der Suche nach Glück, Liebe, Drogen und Sex, untermalt von Jazz und Bebop. Mit „On the Road“ gibt das Theater den Ton für die Spielzeit 2017/2018 vor, die unter dem Motto „Unterwegs sein“ steht. Man wolle ein Gegenmoment zum gegenwärtigen Populismus setzen, der Grenzen ziehe und Mauern baue, sagte Ensemblesprecherin Julia Riedler am Donnerstag bei der Vorstellung des neuen Programms.

Dritte Spielzeit für Intendant Lilienthal

Für Intendant Matthias Lilienthal ist es die dritte Spielzeit. Die ersten zwei Jahre waren eine stürmische Zeit, auch wegen Lilienthals Theaterverständnis: Weniger klassisches Sprechtheater, mehr freie Gruppen, kollektives Inszenieren und Performances. Der Intendant, der vorher am Theater Hebbel am Ufer (HAU) in Berlin war, rechnet diese Spielzeit mit einer Auslastung von rund 65 Prozent. „Wir haben im Moment deutlich eine Zuschauerdelle“, sagte er. Vor allem ältere Abonnenten habe man verloren. Dafür seien rund 20 Prozent der Besucher jüngere Menschen, die Atmosphäre habe sich verändert.

Kammerspiele sind „zur alltäglichen Benutzung freigegeben“

„Die Kammerspiele sind von einem etwas auratischen Kunsttempel eher zur alltäglichen Benutzung freigegeben.“ Ob er über die vereinbarten fünf Jahre hinaus noch in München bleiben will, wollte Lilienthal nicht sagen. „Da warte ich mal in Ruhe ab, ob die Stadt mir das anbietet.“

Weitere Projekte sind unter anderem „Hellas München“ über griechische Migration, Bertolt Brechts „Trommeln in der Nacht“ von Hausregisseur Christopher Rüping und das Open Border Ensemble. Vier Schauspieler, die sich im Exil befinden“, sollen dabei die Darstellerriege der Kammerspiele erweitern.

dpa

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