Mann verletzt mit Messer mehrere Menschen am Rosenheimer Platz: Täter flüchtig

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Als Ersatz für New York im Gespräch sind Valery Gergiev (links) und Fabio Luisi, ständiger Gastdirigent der Met.

Alle Alarmlampen auf Rot

München - Bei den Münchner Philharmonikern stehen alle Alarmlampen auf Rot: Wer springt beim New York-Gastspiel für den erkrankten Lorin Maazel ein?

Größer lässt sich der Kontrast nicht denken. Vergangene Woche ein angeschlagener Chef, der die Stücke durchwinkte. Und nun der Einspringer, der Richard Strauss derart unter Dampf setzte, dass in der „Rosenkavalier“-Suite alle Alarmlampen auf Rot glühten, die Münchner Philharmonie einer Baufälligkeitsprüfung unterzogen wurde (sie überstand es) und einen der Gedanke beschlich: Hat Strauss wirklich so dürftig instrumentiert?

Manfred Honeck, für den erkrankten Lorin Maazel ans Pult der Münchner Philharmoniker geholt, stand ob der überraschenden Aufgabe offenbar unter einer Überdosis Adrenalin. Dass es bei den eröffnenden „Rosenkavalier“-Häppchen daher ohrenbetäubend rumpelte: geschenkt, es gab für diesen Strauss-Abend wohl Entscheidenderes zu proben. Zum Beispiel „Ein Heldenleben“. Auch hier der Griff ins volle, pralle Orchesterleben. Aber auch sehr geschmeidige Übergänge, das Gefühl fürs große Ganze, viel Klangbewusstsein, noble Soli von Konzertmeister Sreten Krstič oder von Hornist Jörg Brückner und der spürbare Vorsatz, das Stück in seinen Extremen auszureizen. Wenn Passagen wie der Kampf des Helden gegen die Widersacher derart plakativ inszeniert werden, dann offenbart das auch anderes: Strauss’ Hang zum Affirmativen, zum bloßen Bedienen von orchestralen Wirkungen – eine Schwäche nicht nur dieses Stücks.

Dazwischen ereigneten sich Wundermomente. Zumal es Sopranistin Anja Harteros ziemlich egal schien, wenn die Orchesterwogen zu bedrohlich wurden. Sie beharrte in den „Vier letzten Liedern“ einfach auf ihren Lautstärke-Vorstellungen. Und behielt Recht: Die vokale Finesse, das subtile Spiel mit Farben und Affekten, die Delikatesse und Tragfähigkeit des Tons im Piano, aber auch die Sicherheit in den dramatischen Passagen des ersten Lieds – eine Interpretation nahe der Vollkommenheit war das. Und leider getrübt von der grässlichen Akustik, gerade für solche Unternehmungen: Textdeutlichkeit? Da musste selbst eine Assoluta auf dem Zenit ihres Könnens passen.

Als Maazel-Ersatz war der temperamentvolle Honeck jedenfalls eine überzeugende Wahl. Fürs New Yorker Gastspiel der Philharmoniker Ende der Woche, das der Chefdirigent ebenfalls absagte, hatte Honeck freilich keine Zeit. Hier läuft es offenbar auf zwei gar nicht so fernliegende Kollegen hinaus: Valery Gergiev, ab 2015 Maazels Nachfolger, und Fabio Luisi, ständiger Gast der Metropolitan Opera – auch wenn die Probenzeit dabei gegen Null tendiert.

Markus Thiel

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