Elf Münchner Unternehmen präsentieren ihre Kunstsammlungen

München - Erstmals gewähren elf große Münchner Unternehmen in einer gemeinsamen Ausstellung einen ungewöhnlichen Blick in ihre umfangreichen Kunstsammlungen.

Unter dem von dem Münchner Komiker Karl Valentin entliehenen Titel "Brillantfeuerwerk" hat der künftige Direktor der Berliner Nationalgalerie, Udo Kittelmann, rund 100 Werke für die Schau im Haus der Kunst zusammengestellt. Bis zum 11. Januar 2009 werden dort Werke vom 17. Jahrhundert bis heute gezeigt, unter anderem von Jean Marc Nattier, Max Klinger, Gerhard Richter, David Hockney, Andreas Gursky und Andy Warhol.

Ziel sei es gewesen, eine über die Selbstdarstellung hinausgehende "intelligente" Kunstausstellung zu machen, sagte Kittelmann am Mittwoch in München. Entstanden ist ein überraschender Kunst- Querschnitt, der umrahmt wird von Zitaten und Dialogen Valentins. Der Ur-Münchner Satiriker (1882-1948) sei sein "Co-Kurator" und Inspirator gewesen, offenbarte Kurator Kittelmann, der zur Zeit noch Direktor des Frankfurter Museums für Moderne Kunst (MMK) ist und unter Kritikern als Mann für radikale Kunstexperimente gilt.

Am schwierigsten sei für ihn die Auswahl der Objekte aus tausenden Kunstwerken, die "disparater nicht sein könnten", sagte Kittelmann. Beteiligt an der Ausstellung sind Allianz, BMW, E.ON Energie, Generali Versicherungen, Giesecke &  Devrient, Hubert Burda Media, HypoVereinsbank, The Linde Group, Münchener Rück, Siemens und Südhausbau.

In der Ausstellung werden immer wieder Analogien zwischen ausgewählten Valentin-Zitaten und den Kunstobjekten hergestellt. Der Zuschauer schwankt zwischen Schmunzeln und Erschrecken. So steht etwa das Valentin-Gespräch von Frau Huber und Frau Maier über "Die Atombombe" unter anderem mit einem Foto der zerstörten afghanischen Hauptstadt Kabul von Brian McKee im Dialog, aber auch mit einem Zyklus von zehn Radierungen ("Vom Tode") des Symbolisten Max Klinger (1857-1920).

In der Abteilung "Presse-Meldungen" stehen von Valentin gesammelte ulkige Nachrichten großformatigen Warhol-Siebdrucken etwa der Zeitschrift "Bunte" sowie einem zwölf Meter langen Gursky-Foto einer ausschweifenden Party gegenüber. Gezeigt wird auch ein von Jenny Holzer bemalter BMW-Rennwagen. Eine Valentinsche Reflexion zum Thema "ehemalige Kunststadt München" wird mit Werken von Baselitz und Gerhard Richter illustriert.

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