Blick von der Tumblingerstraße aufs neue Münchner Volkstheater.
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Bühne frei im Schlachthofviertel: das neue Volkstheater an der Tumblingerstraße.

Münchner Volkstheater: Eröffnung des Neubaus im Schlachthofviertel am 15. Oktober

„Jetzt samma do“: So wird die erste Spielzeit im neuen Volkstheater

  • Michael Schleicher
    VonMichael Schleicher
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Das neue Volkstheater im Münchner Schlachthofviertel ist fertig. Intendant Christian Stückl eröffnet das Haus am 15. Oktober mit „Edward II.“ von Christopher Marlowe.

Das ist selten: Christian Stückl ist sprachlos, für einen kurzen Moment. „Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll“, sagt der Intendant des Münchner Volkstheaters. Wer mag’s ihm verdenken? Schließlich ist es die erste Pressekonferenz im neuen Haus an der Tumblingerstraße 29. Hier wird am 15. Oktober die erste Premiere im Schlachthofviertel gefeiert. Hausherr Stückl inszeniert „Edward II.“ des Shakespeare-Zeitgenossen Christopher Marlowe.

Das Münchner Volkstheater hat künftig drei Bühnen

Drei Jahre wurde im Schlachthofviertel gebaut, knapp 131 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Künftig stehen dem Haus drei Bühnen mit Platz für 600, 200 und 100 Menschen zur Verfügung. Die Nutzfläche beträgt rund 25 000 Quadratmeter, inklusive Gastronomie: Wie am alten Standort an der Brienner Straße kümmert sich Florian Gleibs um das Restaurant, das nun „Schmock“ heißt.

„Einfach ein schöner Tag“: Oberbürgermeister Dieter Reiter (re.) und Christian Stückl.

„Jetzt samma do“, stellt Stückl am Donnerstagsvormittag auf der Bühne 2 fest. „Es ist alles reibungslos gelaufen, wir sind – trotz Corona – in der veranschlagten Bauzeit geblieben, wir haben das vorgegebene Budget eingehalten, es haben alle, vom Stadtrat über die beteiligten Referate, vom Architekten bis zum Bauunternehmer und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Hauses – allen voran unser Technischer Leiter Carsten Lück – Hand in Hand gearbeitet, und nun steht es da: ein wirkliches Theater!“

Oberbürgermeister Reiter: „Gut, dass es ein neues Volkstheater gibt“

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) spricht von einem „guten Tag für die Kultur in München“ und dankt der „großen Mehrheit“ im Stadtrat, die dem „bekanntermaßen sanften Drängen von Christian Stückl“ zugestimmt und den Weg für den Neubau frei gemacht habe: „Es ist gut für die Münchner Bürgerinnen und Bürger, dass es ein neues Volkstheater gibt. Danke schön an alle, die beteiligt waren – es ist einfach ein schöner Tag heute.“

Lust auf (Volks-)Theater: Am Donnerstagvormittag begann der Vorverkauf für die neue Spielzeit – im neuen Foyer warteten die Fans geduldig auf ihre Karten.

Damit das neue Haus mit Leben gefüllt werden kann, hat das Volkstheater die Zahl seiner festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 100 auf 150 erhöht, drei Schauspielerinnen und vier Schauspieler verstärken das Ensemble auf nun 22 Leute. Zusammen mit den Gästen werden sie 16 Premieren in der Spielzeit 2021/22 stemmen; bislang kamen maximal zehn Produktionen pro Saison neu heraus.

Münchner Volkstheater: 16 Premieren in der Spielzeit 2021/22

Intendant Stückl inszeniert neben der Eröffnungspremiere auch die Adaption von Juli Zehs Bestseller-Roman „Über Menschen“. Der neue Hausregisseur Philipp Arnold kümmert sich um Oscar Wildes „Ernst ist das Leben (Bunbury)“ und um Martin Sperrs „Jagdszenen aus Niederbayern“. Wie berichtet, wird die Bühne zudem Kooperationen eingehen: etwa mit den Münchner Philharmonikern, die in den Interims-Gasteig und damit in die unmittelbare Nachbarschaft ziehen; mit der Staatsoper und mit dem „Spielart“-Festival, für das der indische Theatermacher Sankar Venkateswaran endlich mal wieder in München arbeiten wird.

Mit Blick auf die Corona-Politik des Freistaats sagt Christian Stückl noch: „Ganz egal, was bei den einzelnen Projekten herauskommt – ich wünsche mir nur, dass wir spielen dürfen. Denn das ist der Sinn unseres Tuns.“ So soll’s sein.

Lesen Sie hier: So war der Abschied an der Brienner Straße

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