Münstersche "skulptur projekte" mit Besucherrekord

Münster - Mit einem Besucherrekord und aus Sicht der Veranstalter auch positiven Anklang in der Kunstszene haben die "skulptur projekte münster 07" die Halbzeit erreicht.

Die Kunstschau im öffentlichen Raum, die alle zehn Jahre stattfindet, habe sich im "Nebeneinander" mit der Biennale in Venedig und der documenta in Kassel mit ihrem "eigenen Profil" national wie international weiter behauptet, sagte Kuratorin Brigitte Franzen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Münster. Den Angaben zufolge haben sich seit dem Start Mitte Juni rund 350 000 Besucher die 34 Kunstwerke angesehen.

Damit könnte der bisherige Rekord von vor zehn Jahren mit insgesamt rund 500 000 Gästen bis zum Ende der Schau am 30. September sogar geknackt werden. Als Richtgröße für die Besucherzahlen gelten bei der kostenlosen Schau die verteilten speziellen "skulptur"- Stadtpläne, die hochgerechnet werden, da sie etwa bei Gruppenführungen von Hand zu Hand gehen. Die nahezu zeitgleich gestartete documenta kam zur Halbzeit auf rund 330 000 Gäste.

Nach dem erstmaligen großen Durchbruch bei Besuchern und Experten im Jahr 1997 sei die 4. Neuauflage gleichermaßen von "gesunder Skepsis" der Besucher gegenüber der Kunst, Diskussionen um einzelne Werke, aber insgesamt von "überwältigendem Zuspruch" geprägt. "Die Ausstellung und ihr Format sind jetzt im Bewusstsein der Menschen angekommen." Nach Franzens Worten hat sich in diesem Jahr neuerlich bestätigt, dass sich das Thema Kunst im öffentlichen Raum nicht überlebt hat. Gerade wegen des Charakters einer "Langzeitstudie" bleibe das Format aktuell: "Deshalb wird es die "skulptur projekte" ziemlich sicher auch 2017 geben."

Wie in früheren Jahrzehnten sorgt auch die aktuelle Kunstschau unter freiem Himmel für einige negative Auswüchse - von gestohlenen Skulptur-Teilen über Graffiti-Schäden bis zum vorübergehenden Verschwinden eines Caravans. Aber selbst solchen Taten sei in einigen Fällen auch Positives abzugewinnen: Daran zeige sich anders als in Museen die Möglichkeit von unmittelbarer Auseinandersetzung mit Kunst, sagte Franzen.

Nach dem bereits feststehenden Verbleib eines Werkes, der Eibenhecke von Rosemarie Trockel, werde über weitere Perspektiven in den nächsten Wochen entschieden. "Die Diskussion läuft noch, aber es gibt bereits Wartelisten von Interessenten", sagte Franzen, die die aktuellen "skulptur projekte" gemeinsam mit dem Leiter des Kölner Museum Ludwig, Kasper König, und Carina Plath kuratiert.

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