Muntere Philosophie

- Den Anfang dieser unterhaltsamen Variante einer Volkshochschule machte einst Harald Schmidt: Mit Playmobilfiguren spielte er Homer nach. So genial, dass viele sich wünschten, ihre Lehrer hätten genauso unterrichtet. Seit Sonntag im Münchner Volkstheater steht fest, wer sein idealer Vertreter wäre: Christoph Süß.

Zum Auftakt des "Süß-Stoff"-Abends brachte er dem Publikum und seinem Andrack, der Carsten Goldbeck heißt, die Theorien des Parmenides nahe. Demnach gibt es keine Bewegung; als Beweis lief Goldbeck gegen eine lebende Schildkröte um die Wette. Nach kynischer Logik hätte der Mensch das Tier nie überholen dürfen.

Goldbecks Erfolg muss mehr Schein als Sein gewesen sein. Die Kyniker übrigens, "das waren so Philosophenpunks", erklärt Süß. Solch freche Bonmots strahlen aus dem vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichneten Programm heraus wie die Lämpchen, die hinter der Bühne als Sterne funkeln. Auch die Gäste beim Themenabend "Anfang" garantieren Kurzweil: Physiker Harald Lesch und Liedermacher Konstantin Wecker. Lesch referiert knackig über den Urknall und das dunkle Ende des Alls.

 "Es wird also richtig fad", fasst Süß zusammen. Später entlockt er Wecker, dass der scheitern muss, um als Künstler neu zu beginnen. Zwischendrin lockern Zoten die originelle Show auf. Beziehungen sei ja mit dem Kosmos der Anfang gemeinsam: ein ordentlicher "Bums". Platte Schenkelklopfer, eingestreut in ein geistreiches Ganzes -auch diese Methode hat sich bei Schmidt bestens bewährt.

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