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Meisterte die Premiere trotz Erkältung: Ottfried Fischer, der mit den Heimatlosen nun auf Tournee geht.

Bayerischen Museumsführung mit Ottfried Fischer

München - Ottfried Fischer und Die Heimatlosen im Münchner Lustspielhaus: Lesen Sie hier die Premierenkritik!

Nein, der Bayer pendelt nicht nur zwischen Kirche, wo er zur Ruhe kommt, und Wirtshaus, wo er große Mengen Bier trinkt und dabei schafkopft, er hält sich auch fit durch Fingerhakeln und Raufereien und hört den ganzen Tag Blasmusik. Fertig ist das schöne Bild, das bis heute ganze Filme schmückt und manchmal auch noch die (Kabarett-)Bühne. Ottfried Fischer gibt hier gerne den Museumsführer, der seinem Publikum die Exponate zeigt und kleine G’schichterln dazu erzählt – ein Liebhaber, der auch schon leicht verblasste Schinken nicht abhängen mag.

„Extrem bayrisch“ heißt dieses (Lese-)Programm, zu dem sich der Kabarettist Verstärkung mitgebracht hat – Die Heimatlosen, ein famoses Ensemble, das Bayerisches und Urdeutsches mit viel Rhythmus aufschäumt. Direkt schäumen tut der Otti nicht, er ist kein Revoluzzer, sondern ein Philosoph, der Land und Leute gedanklich durchdringt und viele schöne Definitionen und Sentenzen liefert. Da kommt der Grantler vor („ein Menschenfreund, dem man das nicht anmerkt“), es wird über das Verhältnis zwischen Bauer und Frau referiert und über das zwischen dem Bayern und seinem Glauben, schließlich lebt man ja in „Gottes eigenem Land“.

Das ist alles nicht ganz neu, und so bekommt diese Premiere im Münchner Lustspielhaus ihren, nun ja, ganz besonderen Charme durch das Handicap, das Ottfried Fischer an diesem Abend hat. Schnupfen und Husten quälen den 58-Jährigen, doch wie er diesen Albtraum aller Künstler meistert, wie er ganz cool improvisiert und sich mittels heraufgereichter Guttis wieder in Form lutscht, das ist schon ganz große Klasse.

Klasse ist auch das, was Christian Ludwig Mayer (Akkordeon), Claus Reichstaller (Trompete), Leopold Gmelch (Tuba) und César Granados (Percussion) abliefern. Ob „Großer Gott, wir loben Dich“ oder „Je t’aime“, „Cantaloop“ oder „El Silencio“ – so schön, so frisch, so originell hört man so etwas selten.

Rudolf Ogiermann

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