Museumsplatz: Ein Käfig voller Kunst

- Freiwillig hinter Gittern? So recht trauen die Spaziergänger, die den Museumsplatz vor den Propyläen überqueren, dem Frieden der vielen offenen Türen nicht. Kaum einer betritt "Verkehrswesen. Basket 6". Und doch wird hier niemand im luftigen, zweistöckigen Käfig eingesperrt. Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt, die seit 1992 zusammenarbeiten (bekannt geworden durch die Häuschen aus Mineralwasserkästen), haben fürs Münchner Lenbachhaus Kunst im öffentlichen Raum "gebaut".

<P>Was wie eine Fortsetzung der Entlüftungs-Aufbauten des U-Bahnhofs ausschaut, ist in Wirklichkeit ganz und gar zweckfreie Kunst. Aber eine, die richtig Spaß macht, weil sie so schön schrill ist.</P><P> Man betritt den Pavillon mit dem geschwungenen Grundriss und bemerkt nicht nur, dass er aus zwei ineinander gestellten "Baskets" besteht, sondern auch, dass man in ein - harmloses - Labyrinth geraten ist. Eine Wendeltreppe führt in den ersten Stock, wo bequeme Stühle zum Verweilen einladen. Man thront über dem Verkehr, schaut in die Runde, sieht und sieht doch vieles nicht. Die beiden Gitter-Schalen sind zwar transparent, verwirren das Auge aber nachhaltig: Irritation als Kunst-Unterhaltung (bis Dezember).</P>

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