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Durchtrieben - und begierig nach Ruhm: Roxie Hart (Carien Keizer).

Musical im Deutschen Theater

All that Jaaaazzzzzz

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München - Das Musical „Chicago“ kommt von März bis April zum Gastspiel ins Deutsche Theater nach München.

Wie weit man für Ruhm gehen würde? Manche schrecken selbst vor Mord nicht zurück. Manchmal reicht aber auch schon eine Tracht Prügel. Vor etwas mehr als 30 Jahren tatsächlich so geschehen: Damals wurde Isabel Weicken, Star des Musicals „Evita“ im Theater an der Wien, krankenhausreif geschlagen. Dahinter steckten Angehörige der Zweitbesetzung der Titelrolle, die sich so den großen Auftritt sichern wollte. „Hütet Euch vor den Zweitbesetzungen!“, ruft Nigel Casey und lacht. Der Musicalstar sitzt neben seinen Kolleginnen Carien Keizer und Caroline Frank im Theater des Westens in Berlin. Gleich ist Vorstellungsbeginn von „Chicago“, jener Show, die mit Biss, Witz und Erotik davon erzählt, wohin der Drang, ein Star zu sein, den Menschen führen kann.

Und obwohl es eine Geschichte erzählt, die sich in den Zwanzigerjahren in Chicago abgespielt haben soll, ist das Musical noch immer aktuell. „Das könnte so auch gut in unserer heutigen Zeit ablaufen. Die Themen haben sich nicht verändert“, sagt Keizer, die die Roxie Hart spielt. Eine Nachtclubsängerin, die ihren Liebhaber ermordete. Im Gefängnis lernt sie Velma Kelly (Caroline Frank) kennen. Ebenfalls Tänzerin und Medienstar. Durch den opportunistischen Staranwalt Billy Flynn (Nigel Casey) möchte auch Roxi in die Schlagzeilen – und dadurch aus dem Knast kommen. „Das Stück hat alles: Betrügen, Lügen, Stehlen, Bestecherei“, zählt Casey begeistert auf. Frank nickt und fügt hinzu: „Und die Rolle der Klatschpresse wird hinterfragt. Wie sie Menschen zum Star schreibt – und dann mitunter wieder fallen lässt.“

Das alles reduziert auf talentierte Tänzer, Sänger, Schauspieler, puristische Kostüme – und ein Orchester, das selbst in die Handlung eingreift. Ein bombastisches Bühnenbild gibt’s hier nicht. „Den Rest machen wir. Es ist wirklich eine Tanzshow“, betont Frank. Das ist eine Herausforderung, denn hier kann sich niemand hinter aufwändigen Kostümen verstecken. „Wir dürfen alles machen: tanzen, singen, schauspielen, nicht nur die Hauptdarsteller – das ganze Ensemble“, erzählt Keizer.

Einerseits geht es Schlag auf Schlag. Dann wieder kann es sein, dass eine Darstellerin allein auf der Bühne steht, nur sie im Lichtkegel, ihr Lied vortragend. „Wir sind schnelle Bilder gewohnt, die gibt’s hier nicht“, sagt Frank – und dann, vielsagend lächelnd: „Dafür sind die Frauen schöner – und man hat viel Zeit, genau hinzuschauen.“

„Chicago“

gastiert vom 5. März bis 10. April im Deutschen Theater in München; Karten unter 089/ 55 23 44 44.

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