Musik zum Fühlen

- Es beginnt im Prinzregententheater mit einem polnischen Tango, der eigentlich aus Russland stammt, und endet zweieinhalb magische Stunden später mit der melancholischen Beschwörung von Nachtblumen in völliger Dunkelheit.

Dazwischen spielen sich die Herren von Quadro Nuevo mit virtuoser Gelassenheit durch so ziemlich alle Stile und Epochen populärer Musik. Und das ist auch schon das Geheimnis von Mulo Francel, Robert Wolf, Andreas Hinterseher und D. D. Lowka. Sie befreien Jazz und Tango vom Ballast jahrzehntelanger Intellektualisierung und machen daraus, was dies ursprünglich war: Musik zum Fühlen.

Ob eine Melodie Schlager, Volkslied oder Tanzmusik entlehnt ist, interessiert nicht. Wichtig ist lediglich, dass die Melodie den Musikern gefällt. Ist das der Fall, zaubern die Vier mit rein akustischen Instrumenten, also ohne elektrische Verstärker, ihre wunderbar verspielten und doch glasklaren Arrangements.

Das klingt durchaus einmal schräg bis skurril, aber eben auch immer stimmig. Selbst wenn sie dem berühmt- berüchtigten Selbstmord-Song "Gloomy Sunday" ­ musikalisch verzwickt, aber gelungen ­ ein "lebensbejahendes Finale" verpassen. Solchen Klangexperimente gehen Quadro Nuevo mit sichtbarer Leidenschaft nach und verbreiten dabei trotz auffallend vieler wehmütiger Töne unwiderstehlich gute Laune. Ein großartiges Konzert. Eines von denen, die man nicht vergisst.

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