Musik für die heißen Tage

- Was vor 22 Jahren in München als Jazz-meets-Classic-Programm begann, konzipiert als Klavierfestival, wandelte sich im Laufe der Zeit für die internationalen Jazz-Größen zur Plattform stilistischer Grenzüberschreitungen. Der städtische Subventionsentzug jedoch zwang die Veranstalter zum Umdenken. Trotz finanziellem Engpass ließ Bayerische-Hof-Chefin Innegrit Volkhardt, seit elf Jahren Mitveranstalterin, den Klaviersommer 2001 und 2002 in den eigenen Räumen weiterleben und gab den Anstoß zur Neuformation. 2003 nun präsentiert sich das Festival als eine Gemeinschaftsproduktion von LOFT, Hotel Bayerischer Hof, MünchenMusik, der "Festspiel +"-Reihe der Bayerischen Staatsoper und dem Lustspielhaus.

Deutlich abgespeckt, aber nach wie vor stark aufs Klavier bezogen, findet das kurze und kompakte Programm von Sonntag, 13., bis Montag, 28. Juli, in der Philharmonie, der Bayerischen Staatsoper, dem Prinzregententheater, im Festsaal und Nightclub des Bayerischen Hofes und im Lustspielhaus statt - unter anderem mit Bobby McFerrin und Chick Corea, Maria Joao, Monty Alexander, Marcus Miller und Bluesspezialist Otis Taylor.<BR><BR>Auch für kommerzielle Programme braucht man Geld, und trotz des Low-Budget-Konzeptes ist der Ehrgeiz groß, spannend zu bleiben. Musik für Temperaturen von 30 bis 35 Grad ist angesagt. Zu den besonderen Highlights zählt das Konzert von Miriam Makeba im Festsaal des Bayerischen Hofs (18. 7.), das, wenn das Wetter mitspielt, durch die Öffnung des Saaldaches zum Open Air Spektakel werden soll. In der Bayerischen Staatsoper wird Herbie Hancock am Samstag, 19. Juli, ab 22.30 Uhr mit seinem Quartett antreten. Dafür wurde dort Mozarts "Entführung aus dem Serail" zwei Stunden vorverlegt. <BR><BR>Beim Spielort Staatsoper ist für "Festspiel +"-Chef Cornel Franz die Reaktion der Künstler auf den Saal und auch der Publikumszuspruch interessant, denn normalerweise geht ein Jazzer nicht in die Oper. Spannend dürften auch die Konzerte von Pianist Jens Thomas im Lustspielhaus, der derzeit im "Othello" der Kammerspiele die musikalische Attraktion ist.<BR>

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