Wer muss am meisten sparen ?

- Bereits zum 28. Mal hatte die CSU zum Filmgespräch geladen. Mit 28 ist man zweifellos den Kinderschuhen entwachsen. Und so fand die ansonsten mit Neuerungen eher geizende CSU-Filmkommission, es sei an der Zeit, alte Zöpfe abzuschneiden: Statt einleitende Grundsatzreferate zu halten, die oft jede anschließende Diskussion mit ihrer Faktenfülle erschlagen haben, ging man sofort in medias res.

<P>"Filmstandort Deutschland - Krise! Umbruch? Perspektive?!", lautete das Thema des Tages, und Herbert Huber, Vorsitzender der CSU-Filmkommission, umriss in seinen Begrüßungsworten die nicht sonderlich erquickliche Lage des deutschen Films im Jahre Eins nach dem Kassenknüller "Der Schuh des Manitu": rückläufige Besucherzahlen, Insolvenzen zahlreicher TV-Firmen und immer weniger Finanzkraft. Die Filmpolitik, landes- wie bundesweit, muss sich an veränderte wirtschaftliche Verhältnisse anpassen. Die Frage ist nur, wie.</P><P>Schauspielerin Veronica Ferres meinte, man solle die Krise des deutschen Films nicht überbewerten. Hier handle es sich vielmehr um einen finanziellen Engpass, der mit einem zu erwartenden Wirtschaftsaufschwung auch wieder vorüber sein werde. Eine Krise sei zudem immer die Chance für einen Neuanfang. Eine ähnliche Ansicht vertraten auch die anderen Diskussionsteilnehmer: Regisseur Oliver Hirschbiegel etwa appellierte an alle Filmschaffenden, einen Aufbruch zu wagen, der nicht nur die künstlerische Seite, sondern auch die wirtschaftlichen Strukturen betrifft.</P><P>Da stieß er allerdings bei ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut und SAT.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann auf taube Ohren. Beide hielten ihr Engagement in der Filmbranche für ausreichend und wehrten sich gegen weiteres Investieren der Sender, die schließlich im Moment auch ihr Geld zusammenhalten müssten.</P><P>Im Anschluss ans Podiumsgespräch entspann sich eine heftige Diskussion mit den geladenen Medienfachleuten, die sich gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben wollten: Wer muss am meisten sparen? Dass die Filmindustrie kürzer treten wird, daran bestand kein Zweifel. Man darf gespannt sein, welche Schlussfolgerungen die CSU-Filmkommission aus den Vorschlägen ziehen wird. Bei der Vergabe der nächsten Fördermittel werden wir's sehen.<BR></P>

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