Stau auf der S-Bahn-Stammstrecke und Störung bei Höllriegelskreuth

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Mutis Frühjahrsputz

- Um die geistliche Musik Cherubinis und Scarlattis sorgt er sich, eröffnet schon mal eine Opernsaison mit Salieri - wer als Dirigent auf solchen Pfaden wandelt, für den ist ein Konzert mit Mozart total tatsächlich etwas Besonderes. Außerdem: Das frühe Divertimento KV 136 und die beiden letzten Symphonien, diese Literatur kommt ja Supertankern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks immer seltener aufs Pult. Barock oder Klassik? Da schielt der Markt - eine Art Pawlow-Reflex - gleich nach Spezial-Ensembles.

Zu Unrecht, wie ein Orchester in 1a-Form bewies (Münchner Philharmonie). Es war ein Abend der perfekten Balance, der geschmackvollen Phrasierungen, des geschmeidigen Zusammenwirkens. Furios, aber nie überhitzt spielte man das Streicher-Divertimento, den berühmten ersten Satz der 40. Symphonie rückte Muti gar in Schubert-Nähe, interessierte sich für das Resignative, das Gebrochene dieser Musik. Wie er sich überhaupt recht mild gelaunt gab, lieber Kantilenen nachspürte, anstatt mit Hochmotorischem zu überrumpeln.

Erlesen, delikat war das alles. Aber drei Interpretationen aus dem Vermittlungsausschuss, da drängte sich dann doch die Frage auf: Das soll alles gewesen sein? Zumal auch das Programmheft bei Mozarts sperriger, harmonisch kühner 40. Symphonie von "heftig" und "gewaltsam" raunte, Mutis Deutung aber ungefähr so erschütternd war, als schaue man im wohligen Wohnzimmer einen TV-Thriller an, bei dem der Ton abgedreht wurde.

Kein Körnchen Schmutz verirrte sich auch auf die frühjahrsgeputzte "Jupiter-Symphonie". Ein elegantes, duftiges Menuett war da zwar zu bestaunen, auch eine schier konkurrenzlose Spieltechnik im Finale. Aber dass hier einem entfesselten Komponisten die Kernfusion von Barock und Sonatenform gelang, davon wollte sich dank Mutis großbürgerlicher Emotion wenig mitteilen. Star-üblicher Applaus: also dann doch lieber Cherubinis e-moll-Messe wie im Juni am selben Ort?

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