Mysteriöse Fragen

- "Woher kommt die Welt? Was ist der Mensch?" Diese Probleme lassen Jostein Gaarder nicht los. Seitdem er sich vor zehn Jahren mit "Sofies Welt" zum Hausautor aller Hobbyphilosophen gemausert hat, legt er regelmäßig neue Werke mit ähnlich gerichteten Fragestellungen vor. Wer ist das geheimnisvolle Mädchen, müsste man vielleicht noch hinzufügen. Denn dieses spielt in seinem neuen Roman "Das Orangenmädchen", der jetzt in München vom Hanser Verlag vorgestellt wurde, eine mysteriöse Hauptrolle.

<P>Ein Vater hinterlässt seinem Sohn einen Brief, in dem er von seiner Liebe zum Orangenmädchen erzählt. Die Erinnerung des Sohnes steuern und ihm etwas über das Leben erzählen, das ist das Ziel des Vaters. Was simpel klingt, ist für den Autor aber durchaus knifflig. Denn darauf legt Gaarder Wert: In seinen Büchern steckt mehr als eine vordergründige Geschichte, mehr als Beziehungen, Familientherapie oder Erwachsenwerden. Im Gespräch mit seinem Verleger Friedbert Stohner betonte er die Korrespondenzen zwischen den Figuren seines Buches und dem gesamten Universum. Immerhin habe das Hubble-Teleskop im Roman eine große Bedeutung.<BR></P><P>Vielleicht kam dies auch Stohner etwas fadenscheinig vor, und so lenkte er das Gespräch schnell in eine andere Richtung, der des biografischen Hintergrundes. "Ich hatte mit 30 Jahren auch Angst, dass ich sterben könnte, bevor mein Sohn erwachsen wird", gestand Gaarder. Wiederholt fragte Stohner nach Authentischem. Zur Antwort las Gaarder zwei Sätze aus dem "Orangenmädchen". "Mehr wollten wir gar nicht erfahren", zeigte sich Stohner zufrieden. </P><P>Jostein Gaarder: "Das Orangenmädchen". Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. Hanser Verlag, München. 192 Seiten, 14,90 Euro.</P><P><BR> </P>

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