Was nach dem Tod passiert

- Neben Pyramide und Sphinx, Tutanchamun und Nofretete prägt das so genannte Totenbuch das Bild eines geheimnisvollen Ägypten und findet bei Ägyptenfreunden ebenso breites Interesse wie bei Anhängern der Esoterik. Auf lange Papyrusrollen und Mumienbinden geschrieben, beschäftigt sich diese Textsammlung mit dem Leben nach dem Tod. Mit zahlreichen Illustrationen versehen, vermittelt sie ein Bild vom Totengericht, von Paradies und Verdammnis in der damaligen Vorstellungswelt.

<P>Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst München in Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum und der Papyrussammlung Berlin widmet dem Werk eine eigene Ausstellung mit dem Titel "Himmelsaufstieg und Höllenfahrt _ Das Totenbuch der Ägypter", die ab heute in der Münchner Residenz zu sehen ist.<BR><BR>Die 25 Totenbücher mit einer Gesamtlänge von rund 50 Metern sind aus Münchner und Berliner Beständen zusammen gestellt. Den Inhalt der Texte, deren Kenntnis für die Ägypter die Gewähr für das ewige Leben war, vermittelt die Audioführung: Begleitet von Erläuterungen werden Passagen aus dem Totenbuch mit passender Musik im Hintergrund sehr eindrucksvoll rezitiert; eine Audioführung für Kinder ist auch vorhanden. </P><P>Die ausgestellten Särge, Mumienportäts, Stuckmasken und Grabbeigaben stehen bewusst im Hintergrund - der Besucher ist vielmehr damit beschäftigt, sich von den an den Wänden ausgebreiteten Papyri in den Bann ziehen zu lassen, den "Telefonhörer" am Ohr: Die Audioführung wartet mit einem rund drei Stunden langen Programm auf. Wer also auf raschen Genuss von visuell reizvollen Ausstellungsstücken aus ist, dürfte sich hier nicht wohl fühlen. Man muss sich eben Zeit nehmen, um in das Jenseits der Ägypter einzutauchen. "Die Frage, was nach dem Tod passiert, wird heutzutage meist verdrängt. Insofern ist das Totenbuch, das sich damit intensiv auseinander setzt, hochaktuell", sagt Dietrich Wildung, Direktor des Berliner Museums.<BR></P><P>Bis 20. Februar 2005, Infos unter Tel. 089/ 28 92 76 30.<BR></P>

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