Nach der Pause Smoking

- Natürlich lässt er es sich nicht nehmen, seinen Auftritt mit dem Hit "Forever Young" zu eröffnen. Rod Stewart, der immer noch jungenhafte schottische Rock-Rabauke, wirkt bei seinem Konzert in der ausverkauften Münchner Olympiahalle tatsächlich viel jünger als 60 - so alt ist er nachweislich am 10. Januar 2005 geworden. Und gemessen daran ist es schon bemerkenswert, wie aufgedreht er immer noch über die Bühne tobt und das macht, was er am besten kann: Show.Denn selbst wenn Stewarts musikalisches Schaffen im Laufe seiner 40-jährigen Karriere höchst unterschiedlich bewertet wurde, herrschte immer Einmütigkeit darüber, dass er als Entertainer eine Ausnahmeerscheinung ist. Das stellt Stewart auch an diesem Abend unter Beweis.

Trinkfester Frauenheld<P>Clever arbeitet er sich durch sein Repertoire, wechselt diverse Male sein Outfit und persifliert nebenbei sein Image als trinkfester Frauenheld. "Some Guys have all the luck" - manche haben eben immer Glück im Leben - singt er augenzwinkernd und verbrüdert sich ausgerechnet durch diese an sich arrogante Pose mit dem Publikum. Denn natürlich lieben sie Stewart genau dafür, dass er all das auslebt, wovon sie träumen. Stewart ist ein "lad", ein Begriff, der in der deutschen Übersetzung "Kumpel" nur unvollkommen wiedergibt, was gemeint ist. Die Menschen mögen Stewart, und er mag sie. Er will, dass sie ihm zujubeln, und er tut alles dafür, damit gejubelt wird.<BR><BR>Aber nicht wegen des hohen Unterhaltungswerts lohnt der Abend. Das Konzert bietet einige wirklich berückende musikalische Überraschungen. Wenn Stewart mit seiner unverwechselbaren Stimme, die ebenso rau wie verletzlich klingen kann, "Downtown Train" von Tom Waits covert, geht das unter die Haut. Die schönsten Momente gelingen Stewart ohnehin mit Fremdkompositionen.<BR><BR>Als er nach der Pause im Smoking von einer Big Band unterstützt Standards wie "Blue Moon" oder "As Time goes by" interpretiert, wundert man sich, dass Stewart nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen ist. Er haucht diesen Klassikern Seele ein, ohne je gestelzt zu wirken.<BR><BR>"Willkommen zu meinem Recycling", sagt Stewart einmal, aber das ist natürlich Unsinn: Der Mann muss nicht wieder aufbereitet werden, er ist gut, wie er ist.<BR></P><P><BR> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach dem Aus für den Echo: Darum muss ein neuer Preis her
Der Echo hat wegen der Preisverleihung für die Rapper Kollegah und Farid Bang schweren Schaden genommen. Jetzt wird der Award eingestampft. Doch das kann nicht der …
Nach dem Aus für den Echo: Darum muss ein neuer Preis her
Schormann soll neue documenta-Geschäftsführerin werden
In Kassel, der Stadt der Weltkunstausstellung namens documenta, steht die Kulturszene kurz still. Denn des gibt eine neue documenta-Geschäftsführerin.
Schormann soll neue documenta-Geschäftsführerin werden
Wettbewerb fürs Münchner Konzerthaus: Spektakeln sollen andere
Verhandlungen beendet: Das Bregenzer Architektenbüro Cukrowicz Nachbaur erhält wohl endgültig den Zuschlag für das Münchner Konzerthaus. Am kommenden Mittwoch debattiert …
Wettbewerb fürs Münchner Konzerthaus: Spektakeln sollen andere
Plattenfirma stoppt Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bang
Nach dem Kollegah und Farid Bang einen Echo bekommen haben, stehen die beiden nun ohne Plattenfirma da. Das Musikunternehmen BMG stoppte die Zusammenarbeit mit den …
Plattenfirma stoppt Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bang

Kommentare