Den Nachfolger des Nachfolgers gekürt

- Die Situation an sich ist kurios: Angekündigt wurde der Nachfolger des Nachfolgers auf den Präsidentensessel der Bayerischen Theaterakademie und das, obwohl Christoph Albrecht, der designierte Nachfolger im Amt des scheidenden Präsidenten Hellmut Matiasek, seinen Posten noch gar nicht angetreten hat. Albrecht startet mit der neuen Spielzeit, doch das Ende ist bereits absehbar, denn 2006 wird er Intendant der Bayerischen Staatsoper.

<P>Auch Bayerns Kunstminister Hans Zehetmair wird ab der nächsten Legislaturperiode nicht mehr im Amt sein, und so hat er jetzt mit seiner letzten großen Personalentscheidung wahrlich noch einen Coup gelandet: Klaus Zehelein, Intendant der Staatsoper Stuttgart löst 2006 als neuer Präsident der Bayerischen Theaterakademie Albrecht ab.</P><P>Verkündet hat Zehetmair das am Freitag zwar nicht in aller Stille, aber doch ohne den Protagonisten, der sich dazu erst Montag in Stuttgart vor der Presse äußern will. Seit Frühjahr diesen Jahres ist der renommierte Theatermann Zehelein auch Präsident des Deutschen Bühnenvereins. </P><P>Zehelein, der gerade 63 wurde, begann nach dem Studium der Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie 1967 seine Bühnenkarriere in Kiel und hat sich über Jahrzehnte hinweg in unterschiedlichsten Funktionen und Aufgabenbereichen des Theaters profiliert. Sein gemeinsames Wirken mit Michael Gielen am Frankfurter Opernhaus hat in seiner Heimatstadt eine Ära geprägt. Er war künstlerischer Leiter des Hamburger Thalia Theaters und ist seit 1991 Intendant der Staatsoper Stuttgart, die unter seiner Leitung zu einer der ersten Adressen des internationalen Musiktheaters wurde. Zehelein gilt als Mann mit Mut zum Risiko, immer offen für Neues. Zudem lehrt er international Musiksoziologie und Theaterwissenschaft. </P><P>Es besteht die Hoffnung, dass mit ihm eine Persönlichkeit gefunden wurde, die der Bayerischen Theaterakademie ganz im Sinne ihres Gründers August Everding endlich das dringend notwendige Profil geben kann. <BR></P>

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