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Ein Museum schuf sich Fritz Koenig in Landshut; hier der Künstler mit dem Modell von „Sphäre“ fürs World Trade Center.

Nachruf auf Fritz Koenig

Trauer um den bayerischen Welt-Bildhauer

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München - Für das World Trade Center in New York schuf er die Skulptur „Sphäre“, im Münchner Olympiapark erinnert seine Arbeit „Klagebalken“ an die bei den Olympischen Spielen 1972 ermordeten israelischen Sportler. Nun ist Fritz Koenig, der bayerische Welt-Bildhauer, mit 92 Jahren gestorben. Unser Nachruf:  

„Klagebalken“ nannte Fritz Koenig sein Denkmal für die 1972 bei den Olympischen Spielen ermordeten israelischen Sportler. 

Die Kugel als Traum von Vollkommenheit, Harmonie, Schönheit. Nichts eckt an – buchstäblich. Fritz Koenig, der fränkische Niederbayer, liebte die Kugel. Aber er wusste auch, dass ihre Perfektion für den Menschen unerreichbar ist. Dieser Konflikt war für ihn als Künstler, insbesondere als Bildhauer, wundervoll fruchtbar. Er verband in immer neuen Formen die Unantastbarkeit dieser stereometrischen Größe mit der Verletzlichkeit unseres Seins. Nun ist auch er, der Grenzgänger zwischen mathematischer Absolutheit und saftiger, indes hinfälliger Körperlichkeit, der Endlichkeit erlegen. Fritz Koenig starb am Mittwochabend in seinem Altdorfer Haus bei Landshut im Alter von 92 Jahren.

Die Plastik „Sphäre“ überstand den Terroranschlag vom 11. September 2001

Am schrecklichsten wurde die Vergänglichkeit, an die der Künstler oft gemahnte, allen bewusst, als die Türme des New Yorker World Trade Centers nach dem islamistischen Attentat 2001 einstürzten und das über tausende von Menschen Tod und Leid brachte. Koenigs Plastik „Sphäre“ (1967/71), eine Mischung aus brüchiger Erdkugel, Gehirn und Sternbahnen-Modell, war unter den Trümmern begraben. Und „überlebte“. Die ewige Kugel, geschunden zwar, aber ein Symbol des Lebenswillens.

Zahlreiche Koenig-Werke in München

Fritz Koenigs bodenständige Modernität machte ihn zu einem international gesuchten Bildhauer. Der gebürtige Würzburger, der sich im Lebensabend ein eigenes Museum in Landshut, nahe bei seinem Wohnsitz schuf, hatte in München studiert. Hier sind daher im öffentlichen Raum sehr viele Arbeiten zu finden. Da ist unter anderen – auch frühe Skulpturen aus den Fünfzigerjahren – der „Klagebalken“ im Olympiapark, da sind die tänzerischen Kugel-Stelen etwa im Pinakotheken-Park und Kabinettsgarten der Residenz, und man findet eine Kreis-Faltung im Innenhof der TU.

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