Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Nachtschwarzes Gesöff

- Das Tollwood-Motto "Spielplatz der Welt" signalisiert's: Münchens Kunst-, Kultur- und Kulinarik-Festival (bis 9. 7.) im Olympiapark stellt sich - natürlich! - auf die WM ein. Ab 21 Uhr gibt es in der Musik-Arena eintrittsfrei Fußball-Live-Übertragungen. Die Endrundenspiele wird das "ensemble finale" mit Klassik und Jazz kommentieren. Neu und hochlobenswert im wieder riesigen Programm: das Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt München "Bio für Kinder - Gesundes Essen in Münchens Kindergärten und Schulen".

Thema Ernährung auch gleich beim Auftakt-Programm "Triple Espresso" (Koproduktion mit dem Admiralspalast Berlin)? Nur indirekt künstlerisch. Das nachtschwarze Gesöff inspirierte 1995 drei US-Solo-Performer zu einer Show über Pannen und Pleiten in erfolgloser Künstlervita. Und die hat jetzt Regisseur Karsten Kaie umgetrimmt zu einem Erinnerungsschwelgen zweier Ossis und eines Wessi, die gleich nach der Wende, aber nur kurz, in die heiße Karriere als erstes gesamt-deutsches Komiker-Trio starteten.

Was man also im Theater-Zelt erlebt, ist eine Wiederbelebung ihrer Auftritte als Party-Entertainer zwischen Katholischem Hochschulbund, Ostseebädern, "Goethe" in Nairobi und ähnlichen Instituts- und Firmen-Festen. Angesagt wäre Nostalgie in satter und selbstironischer Form. Ein bisschen davon ist hier schon vorhanden. Aber das Stück ist zu vollgepropft mit Publikumsanimation und überdrehter Quasselei, in der die Ost-West-Anspielungen, abgegriffene Allgemeinplätze ohnehin, untergehen.

Unsere Vermutung: Karsten Kaie, der mit dem "Caveman"-Monolog und dem eigenen neuen Solo "Lügen, aber ehrlich" bei Tollwood gastiert, hat sich übernommen. Der "Dreifach-Espresso" gehört nochmals konzentriert. Dann kriegt er den richtigen Geschmack. Denn mit Musiker und Kabarettist Michael Sens, Conférencier Detlef Winterberg und Zauberer Bert Rex - sein Humor ist so wunderbar trocken wie seine Magiertricks fingerflink sind - flackert da viel komödiantisches Talent und hochqualifiziertes Variété-Handwerk über die wild leuchtende Espresso-Bar.

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