Nächste Planungsschritte für das NS-Dokuzentrum München

- Die Planungen für das NS-Dokumentationszentrum München sind nach dem Symposion (wir berichteten) einen ermutigenden Schritt weitergekommen. Am Dienstag trafen sich Oberbürgermeister Christian Ude und Kultusministerin Monika Hohlmeier, gestern diskutierte im Landtag der Ausschuss für Hochschule, Forschung und Kultur. Eindeutiges Ergebnis: Alle wollen solch ein Zentrum für München realisieren.

<P>Ude und Hohlmeier heben in ihrer Erklärung vor allem auf "die Entstehungszeit der NSDAP nach dem Ende des Ersten Weltkriegs" ab, den Parlamentariern sind jedoch zwei weitere Schwerpunkte wichtig, erklärte Hildegard Kronawitter (SPD): Der Widerstand in München solle in "seiner ganzen Vielfalt dargestellt werden". Außerdem müsse "die NS-Kultstadt, der Mythos, der da geschaffen wurde, um das Herrschaftssystem zu entwickeln und zu stärken", analysiert werden.<BR><BR>Stadt und Land wollen wie beim Nürnberger Doku-Zentrum den Bund finanziell miteinbeziehen. Es gibt einen Briefwechsel mit Staatsministerin Christina Weiss, die interessiert ist und laufend informiert werden möchte. Konkret wird bis Ende März ein Kuratorium eingerichtet mit Vertretern von Stadt, Freistaat, Bund, Parteien, den drei Religionsgemeinschaften, Zeitzeugen sowie mit einem Publizisten und dem Sprecher des zu schaffenden wissenschaftlichen Beirats. Dieser soll noch vor der Sommerpause des Landtags zusammenkommen. Bis dahin soll die Finanzierung geklärt werden. Kronawitter schlägt vor, EU-Mittel anzuzapfen, Ausschussvorsitzender Kurt Wilhelm (CSU) will Sponsoren finden.<BR><BR>Im Ausschuss wurde außerdem klar formuliert, so Kronawitter, dass eine "zentrale Örtlichkeit als Lern- und Lehrort" wünschenswert ist. Das bedeutet hoffentlich, dass sich das umstrittene Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte, das sich für eine Art Lehrpfad ausspricht, erledigt hat. Im Augenblick "tut so ein Neubau finanziell weh", so Hildegard Kronawitter, aber die desolate Etat-Lage "muss nicht immer so bleiben". Eine "besondere Anstrengung" sei eben notwendig.</P><P>Lesen Sie hierzu den Kommentar: Kein Gedenk-Depot<BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Kulturzeit will helfen, die Welt zu mögen“
Zuschauer des BR-Fernsehens kennen Vivian Perkovic von den Sendungen „Jetzt mal ehrlich“, „Puls“ und „on3-Südwild“. Seit einem Jahr ist die 39-Jährige, die etwa auch …
„Kulturzeit will helfen, die Welt zu mögen“
Dolores O’Riordan – die Frau mit der Monsterstimme
„Zombie“ war der größte Hit der Band The Cranberries. Völlig überraschend ist Sängerin Dolores O’Riordan jetzt mit 46 Jahren gestorben. Unser Nachruf: 
Dolores O’Riordan – die Frau mit der Monsterstimme
Unterwegs mit einem Flötisten der Münchner Philharmoniker
Wie ein normaler Arbeitstag bei den „Philis“ aussieht, verrät der Soloflötist Herman van Kogelenberg (38). Wir begleiteten ihn von der Probe am Samstag bis zum Konzert …
Unterwegs mit einem Flötisten der Münchner Philharmoniker
Nikolaus Habjan lässt die Puppen lieben
Er ist der „Master of Puppets“ des deutschsprachigen Theaters. Jetzt hat Nikolaus Habjan fürs Münchner Residenztheater „Der Streit“ von Marivaux inszeniert. Lesen Sie …
Nikolaus Habjan lässt die Puppen lieben

Kommentare