"Nathan"-Regisseur wird Intendant in Bochum

- "Das Spiel vom Fragen", "Titus Andronicus", "Rodogune", "Nathan der Weise" - mit diesen Inszenierungen hat Regisseur Elmar Goerden (40) sich und dem Münchner Residenztheater ein ansehnliches Renommee erspielt. Er hat sich zu einer Regie-Größe der jüngeren Generation des Staatsschauspiels entwickelt, auf die man auch in Zukunft zählen durfte.

<P>So jedenfalls konnte man es bislang durchaus annehmen. Nun weiß man, nichts ist so flüchtig wie die Kunst des Theaters - und wie die Künstler selbst. Elmar Goerden, seit 2001 am Bayerischen Staatsschauspiel, wird die Stadt München in absehbarer Zeit wieder verlassen, um 2005 Intendant in Bochum zu werden.<BR><BR>Vor der heutigen Wahl in Bochum wollte sich Goerden nicht öffentlich zu seinen Abwanderungsplänen und zukünftigen Aufgaben äußern. Der nach gut dreimonatiger Suche gefundene neue Intendant muss in Bochum jetzt noch den Fraktionen und dem Kulturausschuss vorgestellt werden. Vor einer Vertragsunterzeichnung hat dann nur noch der Rat der Stadt über den Kandidaten abzustimmen. Das wird voraussichtlich am 18. Dezember geschehen. Diese ganze Prozedur ist aber nur noch als eine reine Formsache anzusehen.<BR><BR>Elmar Goerden, der im rheinischen Viersen geboren wurde und über Stuttgart nach München kam, wird in Bochum die Nachfolge von Matthias Hartmann antreten, der ebenfalls vom Münchner Residenztheater nach Bochum wechselte und nun Intendant in Zürich wird. </P><P>Für München ist der Weggang Goerdens bedauerlich. Und für Staatsschauspiel-Chef Dieter Dorn dürfte die Entscheidung seines Oberspielleiters auch eine herbe Enttäuschung darstellen. Möglicherweise hatte er in ihm seinen potenziellen Nachfolger gesehen. Was er ja zum Ende dieses Jahrzehnts immer noch sein könnte.<BR><BR>Ob Goerdens Entschluss für ihn selbst richtig ist, wird sich erweisen. Auf jeden Fall ist das Schauspielhaus Bochum eine der besten Sprungbrett-Adressen in der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Zu den namhaftesten Vorgängern Goerdens gehören Saladin Schmitt, Hans Schalla, Peter Zadek und Claus Peymann.</P>

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