Nach Messer-Mord in Neuhausen: Polizei sucht diese zwei Männer

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Den Nerv der Zeit getroffen

- Die so einmalige wie fabelhafte Präsentation von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Franz Marc im Münchner Lenbachhaus (frühe Arbeiten) und Kunstbau (Hauptwerke) wurde am 17. September eröffnet und hat bis Freitag bereits rund 13 000 Besucher angezogen. Aber es gibt für Museumschef Helmut Friedel nicht nur den "Glücksfall" dieser Exposition, die den eigenen imponierenden Bestand mit 100 Leihgaben aus aller Welt umfassend komplettiert. Es gibt auch Probleme: insbesondere mit der Bausubstanz der alten Künstler-Villa. Im Sommer 2002 hatte die Stadt dem Büro Norman Foster den Zuschlag für die Sanierung gegeben. Wird nun, 2005, endlich die Entscheidung fallen? In der kommenden Woche steht das Vorhaben auf dem Programm des Kulturausschusses . . .

Was sagen Sie zum Erfolg der ersten Tage?

Friedel: Es herrscht Freude bei uns und Genugtuung, dass die große Mühe, die wir uns gemacht haben, derart positiv angenommen wird. Das ist der erste Gedanke. Der zweite ist: Warum nehmen die Menschen gerade Franz Marcs Bilder so intensiv auf? Ich glaube, dass seine Position, aus einer sehr fundierten Grundhaltung, aus einer behutsamen Naturbetrachtung heraus zu arbeiten, in einer Zeit der Unsicherheit als richtig, ja als beruhigend empfunden wird. Sonst kämen an einem helllichten Werktag nicht 2000 Besucher! Klar, das ist auch ein Verdienst von Presse und Werbung. Aber ein Erfolg ist nicht machbar gegen den Willen der Besucher.

 Was besonders schön ist: Das Spektrum ist sehr weit - von ganz jung zu ganz alt. Das erfüllt uns mit Stolz. Wir haben einen Nerv der Zeit getroffen. Diese besondere Stimmung hat man schon bei der Eröffnung empfunden, bei der auch Leser Ihrer Zeitung dabei waren. (Diese Zeitung ist Medienpartner der Ausstellung; Anm.d.Red.)

Gab es zum Auftakt Probleme praktischer Natur?

Friedel: Ein paar Verbesserungen haben wir schon umgesetzt. Jetzt sind die Zugänge zu den Pavillons solider geworden, und die Orientierungshilfe ist besser. Der Kassenpavillon auf dem Platz hilft, dass die Eingänge zu den Häusern nicht von Wartenden blockiert sind; darüber hinaus zeigen wir an, wie viele Plätze jeweils noch frei sind. Gruppen haben eine eigene Kasse. Die Leute scheinen sehr zufrieden mit dem Besucherservice. Wir halten jede Woche eine Besprechung ab, um Defizite zu beheben.

Will das Lenbachhaus mehr "Eventkultur"?

Friedel: Nein, die Marc-Schau ist aus einer wissenschaftlich fundierten Arbeit entstanden. Wir suchen nicht vordergründig nach plakativen Titeln. Und so machen wir weiter: Das Kandinsky-Werkverzeichnis entsteht, seine Schriften werden herausgegeben; es kommt das Gabriele-Münter-Werkverzeichnis. Außerdem bleiben wir der aktuellen Kunst verpflichtet. Unsere solide Arbeit werden wir unbeirrt weiterführen.

Sie haben zurzeit eine echte Sensation im Haus und hatten in den vergangenen Monaten einen richtigen "Lauf", wenn man an die imposanten Ausstellungen zu Picasso und Gerhard Richter denkt. Aber Sie haben auch Sorgen. Das Lenbachhaus muss dringend saniert werden.

Friedel: Am 29. September tagt der Kulturausschuss. Da ist es gut, wenn es sich zeigt, dass die bisherige Zugangssituation zum Museum größere Projekte nicht zulässt. Das Lenbachhaus müsste jedoch dafür fit gemacht werden. Es gibt immer wieder Forderungen, dass wir mehr Besucher anlocken sollten, jetzt ist das gar nicht möglich: Es dürfen nicht mehr kommen! Wir hoffen auf eine Generalsanierung in der Fülle, wie sie Norman Foster entwickelt hat. Oder es gibt nur ein kleine, notdürftige Maßnahme . . .

Lassen sich Tendenzen im Stadtrat erkennen?

Friedel: Mir sagen alle, dass sie die große Lösung favorisieren.

Wie hoch sind die Kosten in etwa?

Friedel: 50 Millionen Euro. Ich weiß, das ist kein Pappenstiel - immerhin verteilt sich die Summe über Jahre.

Das Gespräch führte Simone Dattenberger

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