Michael Mittermeier.

Neu-Papa Mittermeiers „Szenen einer Wehe“

München - Willkommen im Circus Kreißsaal! Comedy-Star Michael Mittermeier wurde im ausverkauften Krone von seinem neuesten Werk entbunden. Es ist ein Solo-Programm, es heißt „Achtung Baby!", Künstler wie Zuschauer sind wohlauf.

Und das, obwohl es keine schnelle Geburt war: (Zu) lange drei Stunden dreht sich unter dem Motto „Szenen einer Wehe“ alles um das Event „Geburting“, um Töchterchen Lilly (fast 3), um Michls berechtigte Tragetuchfeindlichkeit und um Zombielieder von Rolf Zuckowski. Noch hat das brandneue Baby von Papa Mittermeier ein paar Runzeln und Falten - aber man kann jetzt nach der Premiere schon sehen, dass es bald wunderschön sein wird.

Die ersten Punkte sammelt der Krächzer aus Dorfen schon vor Beginn - mit dem elegant von seinen Idolen U2 geborgten Titel „Achtung Baby!“ und vor allem mit der Bühnendeko. Alles in Pink, mit überdimensionalem Milchflascherl und Quietschente, ein surrealer Monster-Barbie-Albtraum, in dem es aus Mittermeier nur so heraussprudelt, als wäre ihm die Spruchblase geplatzt.

Weniger zappelig als früher (was nicht schadet) kämpft der Michl mit dem Befestigungsmechanismus von Maxi-Cosi-Schüsseln, beschreibt das Hebammencasting von Mama Gudrun und fügt sich mit Spucki-Lucki-Kotztuch auf der Schulter in sein Schicksal: „Speikinder sind Gedeihkinder“, was nicht für Jimi Hendrix gilt. Rotzfrech ist das ganze Programm, in dem sich Mittermeier als amüsanter Beobachter des Abenteuers erweist, Eltern zu werden.

Das mit der Überlänge wird der stolze Papa schon noch hinbekommen - auch ein Comedy-Programm muss schließlich laufen lernen.

Jörg Heinrich

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