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Die Pinakothek der Moderne in München.

"Show & Tell"

Neue Ausstellung in Pinakothek der Moderne

München - Die Ausstellung „Show & Tell“ in Münchens Pinakothek der Moderne zeigt und erzählt Architekturgeschichte vom 17. Jahrhundert bis heute.

Auch der Beruf des Architekten wird immer digitaler. Kaum noch einer, der Entwürfe von Hand zeichnet, viele verzichten selbst auf den Bau von Modellen. So die Theorie. Manchen wird es dann aber doch mulmig, so ganz ohne Handarbeit: Wie den HHF Architekten Basel, die ihren digitalen Entwurf eines Pilgerweg-Aussichtspunkts ausdruckten, um doch noch ein Modell zu basteln. Als Rückversicherung. Das Modell steht nun im Architekturmuseum München.

Diese Anekdote versinnbildlicht den Wandel, dem die (Architekten-)Welt ausgesetzt ist – und zeigt, dass es gar nicht so leicht ist, sich an neue Arbeitsformen zu gewöhnen. Eben diesen Wandel zeichnet die Ausstellung „Show & Tell“ in der Pinakothek der Moderne nach.

Und das aus ganz eigennützigen Gründen: Auch die Verantwortlichen des Architekturmuseums möchten herausfinden, wie es für sie weitergeht. Denn das Haus selbst ist zwar erst 2002 entstanden, gründet aber auf einer Sammlung, die bereits 1868 ins Leben gerufen wurde. Damals noch als Lehrmittelsammlung. „Die angehenden Architekten sollten durch Anschauung der Werke der großen Meister lernen“, erklärt Direktor Andres Lepik.

Jede Vitrine ist wie eine Archiv-Schachtel

Durch beide Kriege hindurch wurden die Materialien gerettet, Schenkungen, Vor- und Nachlässe kamen hinzu – und nun verfügt dieses wichtige Forschungsinstitut für Architekturgeschichte über einen Bestand von etwa 550.000 Zeichnungen von 700 Architekten, 200.000 Fotografien, 1100 Modellen sowie Stichworten, Bauakten, Computeranimationen und -prints (Stand 2012).

Lepik, der 2013 die Leitung übernahm, wollte zusammen mit seinem Team den Status quo erfassen – und die Frage beantworten, was in Zeiten des digitalen Wandels künftig gesammelt werden soll. „Die Ausstellung zeigt die vielfältigen Facetten unseres Archivs und macht gleichzeitig die Entwicklung in der Architektur als auch im Archivwesen deutlich“, erklärt Lepik.

Dabei bleiben Kuratorin Hilde Strobl und ihre Kollegen dem Ausstellungsthema treu: „Show & Tell“ – sie zeigen und erzählen Architekturgeschichten vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Bereits im ersten der drei Räume offenbart sich die ganze Vielfalt dieses Arbeitsfeldes: Fotografien, Bautagebücher, Vorlesungsmanuskripte – jede Vitrine ist wie eine Archiv-Schachtel, die man neugierig öffnet. Immer gefüllt mit einer spannenden Anekdote: Über Albrecht Meydenbauer etwa, jenen Architekturstudenten, der – so die Legende – durch einen Beinahe-Sturz bei der Vermessung des Domes von Wetzlar 1858 auf die Idee kam, künftig Messungen nicht mehr direkt am Objekt, sondern indirekt mittels Fotografie durchzuführen. Die Idee der Photogrammetrie war geboren.

Am schönsten aber sind die Geschichten, die die Schaffenden selbst erzählen: So haben Corinne Rose und Markus Lanz eine Filmreihe mit Zeitzeugenberichten angefertigt. In einem dieser Filme können wir Richard J. Dietrich, mittlerweile 75 Jahre alt, dabei zuschauen, wie er an den Regalen im Archiv steht und mit aller Vorsicht einige seiner früheren Modelle herauszieht: die Holzbrücke in München-Oberföhring in Miniatur, ein Brückenmodell für Grünwald, ein Modell für den Bahnhofsplatz in Traunstein. Und dann sein seliges Lächeln. Mehr zu sich selbst als zu der Kamera hört man ihn sagen: „Schön, dass die jetzt alle hier beieinander sind, alle meine Lieben.“

Katja Kraft

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