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Seit einem Jahr ohne Direktorin: das Museum Fünf Kontinente an der Münchner Maximlianstraße.

Personalentscheidung ein Jahr nach dem Tod von Christine Kron

Neue Direktorin fürs Museum Fünf Kontinente

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Vor einem Jahr starb Christine Kron nach kurzer, schwerer Krankheit. Die Direktorin des Münchner Museums Fünf Kontinente wurde nur 54 Jahre alt. Seitdem ist Krons Posten unbesetzt. Nach Informationen unserer Zeitung holt Kunstminister Ludwig Spaenle nun Uta Werlich aus Stuttgart an die Spitze des ehemaligen Museums für Völkerkunde.

München/Stuttgart – Nach Informationen des „Münchner Merkur“ kommt die künftige Direktorin des Münchner Museums Fünf Kontinente vom Stuttgarter Linden-Museum. Hier leitet Uta Werlich seit dem Jahr 2006 die Ostasien-Abteilung, kuratierte zuletzt etwa die große Sonderschau „Oishii! Essen in Japan“. Werlich, Jahrgang 1970, studierte in Bonn, Berlin und im taiwanesischen Tainan Sinologie, Ethnologie sowie Literaturwissenschaften. Sie promovierte über die Textiltraditionen der austronesischen Atayal auf Taiwan. Von 2004 bis 2005 war sie als wissenschaftliche Assistentin am Museum für Völkerkunde Hamburg tätig, in den Jahren 2005 und 2006 arbeitete Werlich als Kuratorin für Zentral- und Ostasien am Museum der Kulturen in Basel.

Dr. Uta Werlich

In München folgt Werlich auf Christine Kron, deren Todestag sich an diesem Samstag zum ersten Mal jährt. Seitdem führt ihr Stellvertreter Bruno Richtsfeld das Haus kommissarisch. Kron, 1962 als Christine Stelzig in Rosenheim geboren, kam 2011 ans Staatliche Museum für Völkerkunde, wie das Haus damals noch hieß. „Für uns geht es auch um den Bezug zur Gegenwart, ob das politische Probleme sind, ob das die Kunstszene ist. Ich möchte politischer werden – und provozierender in den Ausstellungen und Themen“, umriss die Historikerin und Ethnologin im Gespräch mit unserer Zeitung ihre Pläne für das Museum. Dessen Image war bei ihrer Berufung nicht das attraktivste.

Doch Kron holte mutig ebenso kritische wie hervorragend aufbereitete Präsentationen an die Maximilianstraße, etwa „Letzte Ölung Nigerdelta“ (2012) oder „Un/Sichtbar. Frauen überleben Säure“ (2014). Mit dem Projekt #Ankommen reagierten sie und ihr Team auf die Flüchtlingskrise – bis heute lädt das Museum Geflüchtete und alle an interkulturellem Austausch Interessierte zu gemeinsamen Aktionen ein. Die Umbenennung der Einrichtung in Museum Fünf Kontinente trug im Herbst 2014 Krons Ansatz ganz offensichtlich Rechnung.

Das Linden-Museum spielt virtuos auf der Social-Media-Klaviatur

Vieles deutet darauf hin, dass Uta Werlich diesen Weg fortsetzen wird – und das Münchner Haus, das 1862 als erstes ethnologisches Museum Deutschlands gegründet wurde, noch stärker mit der Gegenwart verzahnt. Auch der digitale Austausch mit den (potenziellen) Besuchern ist der Ethnologin nicht fremd: Das Linden-Museum spielt vielfältig auf der Social-Media-Klaviatur, ist bei Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und hat einen eigenen Youtube-Kanal. Alles Aspekte, die heute selbstverständlich für zeitgemäße Museumsarbeit sind.

Wechselt die Direktorin des Linden-Museums nach Berlin?

Direktorin des Linden-Museums, das 1973 in die öffentliche Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart kam, ist seit 2010 Inés de Castro, deren Arbeit nicht nur im Südwesten als wegweisend gilt. Anfang des Jahres wurde der gebürtigen Argentinierin die Leitung der Sammlungen des Berliner Humboldt Forums angeboten. Im bis dahin wiederaufgebauten Berliner Schloss sollen Anfang 2019 das Ethnologische Museum und das Asiatische Museum zusammengeführt werden. Entstehen soll eine der weltweit größten ethnologischen Sammlungen und damit eines der weltweit führenden kulturhistorischen Museen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz teilte auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass man noch im Februar mit einer Entscheidung der 49-Jährigen rechne, ob sie dem Ruf nach Berlin folgen werde.

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