Feuerwehreinsatz: Karstadt an der Schleißheimer Straße geräumt

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Neue Flamme

- "Ich habe keine Botschaft, die ich meinem Publikum mit dieser fünften Symphonie von Bruckner aufdrängen will: Stellt euch dabei vor, was ihr wollt." Doch hinter der Flapsigkeit im CD-Heft verbergen sich mehrere Körnchen Wahrheit. Denn so lustvoll, wie sich Christian Thielemann für die Verästelungen des Werks interessiert, braucht der Hörer gar keine Einführung. Nie wird er von Eitelkeiten des Dirigenten belästigt, es ertönt wenigerThielemann als unverfälschter, überwältigender Bruckner. Mit einer Selbstverständlichkeit öffnet sich die Partitur, als ob man dem Meister beim Komponieren über die Schulter schaute.

<P>In Berlin beim Fremdgehen ertappt<BR><BR>Nachzuhören ist das auf der CD, die Thielemanns Antrittskonzert bei Münchens Philharmonikern dokumentiert. Aller Aufnahmetechnik zum Trotz - die Gasteig-Akustik sorgt für ein gestauchtes Klangbild. Doch klar wird auch, dass sich hier, am Beginn der Liaison, 80 Sternminuten ereigneten. Das Brautpräsent vom Oktober hat Thielemann gleich noch mal verschenkt: Wenige Monate nach der Hochzeit ging er schon fremd. Wieder mit der Fünften, diesmal in Berlin bei den dortigen Philharmonikern. Und die neue Flamme, vor einigen Jahren recht zickig beim Debüt Thielemanns, schmiegt sich nun wachsweich ins Konzept des Maestros.<BR><BR>Tempi, Feinheiten und strukturelle Souveränität erinnerten an die Münchner Konzerte. Aber bei allem Lokalpatriotismus: Mit manchen Verführungskünsten sind die Berliner dann doch konkurrenzlos. Die Anfänge der Ecksätze wandeln noch atemberaubender an der Unhörbarkeit, dynamische Höhepunkte entladen sich noch satter, kraftvoller, und die Bläser bieten Unwiderstehliches an, das Thielemann gern einbaut. Dass er sich dabei in die Möglichkeiten der Berliner zu sehr verliebte, dass die Aufführung fast zu kontrolliert, detailpuzzelig geriet: Wer wollt's ihm verdenken. Ovationen und ein aufgekratzter Star - der eingesprungene Thielemann aufs Podium ist ja aus dem Gasteig bekannt.Markus Thiel</P><P>Anton Bruckner: Symphonie Nr. 5. Münchner Philharmoniker, Christian Thielemann (Deutsche Grammophon).<BR></P>

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