Neue Institute an der Musikhochschule

- Frischer Wind aus unterschiedlichen Richtungen weht durch die Münchner Hochschule für Musik und Theater: Neue Professoren, Fachbereiche und Konzertreihen sollen zur weiteren Profilierung des Instituts beitragen. Doch am Horizont erspäht Rektor Robert Helmschrott eine finstere Wolke: das Richard-Strauss-Konservatorium, das die finanzschwache Stadt dem Land zur Übernahme und somit zur Integrierung in die Hochschule angeboten hat.

<P>Helmschrott wehrte sich bei der Immatrikulationsfeier vehement gegen eine komplette Übernahme des städtischen Konservatoriums. Er nennt es einen "Nonsens", befürchtet Qualitätsverlust und Profileinbuße und ist lediglich bereit, "eine brauchbare Liquiditätsmasse" zu akzeptieren. <BR>Der Vergleich mit Würzburg hinke, weil es dort nur um 30 Lehrer und 150 Studierende ginge, in München aber um 500 Studenten und 130 Lehrpersonen, die in eine andere Lehrerfahrung hineingewachsen seien als die eigenen. Übernahme-Möglichkeiten sieht der Hochschulrektor lediglich in den Bereichen Jazz, musikalische Früherziehung oder Volksmusik.</P><P>Aber wohin mit Pianisten, Geigern, Cellisten. . . ? Bis zum 16. Dezember muss eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus beiden Instituten ein Konzept entwickeln, das im Januar dem Stadtrat vorgelegt wird.</P><P>Die Aufbruchstimmung der neuen Professoren leidet darunter nicht: Siegfried Mauser, Münchens wissenschaftlich fundierter, pädagogisch beflügelter Pianist, wurde vom Salzburger Mozarteum endlich an seine frühere Ausbildungsstätte zurückgeholt. Er wird die Musikwissenschaft im neu gegründeten Institut als wichtige Disziplin auch für die Praktiker etablieren.</P><P>Zwei weitere Eckpfeiler wurden eingezogen mit Professuren für Historische Aufführungspraxis und für ein Ensemble für Neue Musik. Erstere teilen sich die Cembalistin Christine Schornsheim aus Leipzig und die Barockgeigerin Mary Utiger (USA), letztere übernimmt die Griechin Konstantia Gourzi. Der Regisseur Stefan Spies wird kleinere Musiktheaterprojekte für die Gesangsstudenten der ersten Semester betreuen.</P><P>Resultate werden unter anderem in zwei neuen Reihen vorgestellt: Neue Musik jeden zweiten Sonntag "Punkt 11" in der Pinakothek der Moderne und Kammermusik im Gartensaal des Prinzregententheaters. In der Luisenstraße 34 a wird am 17. Oktober das Carl Orff Auditorium eröffnet.<BR></P>

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