+
Wilfried Hiller.

Weihnachten im Sommer

Neuanfang: Neue Orff-Festspiele in Andechs

  • schließen

München - „Es ist keine Bombe, vielleicht eine überraschende Neuauflage“, so viel gestand Florian Zwipf-Zaharia der Meldung zu, dass die Orff-Festspiele 2017 fortgesetzt werden. Jetzt wurde das Programm präsentiert.

Ein Neuanfang nach 25 Jahren, betonte Zwipf-Zaharia, der sich als Veranstalter des Garmisch-Partenkirchener Kultursommers einen Namen gemacht hat. 25 Jahre sind es 2017 her, seit in Andechs das erste Wochenende der Musik in Gedenken an den Tonschöpfer stattfand. Komponist und Orff-Schüler Wilfried Hiller und der damalige Prior in Andechs, Anselm Bilgri, hatten damit aus Anlass von Orffs Geburtstag am 10. Juli an ihn erinnern wollen, der in der Schmerzhaften Kapelle der Wallfahrtskirche seine letzte Ruhestätte fand.

Hiller ist bei diesem Neuanfang als „Aktivposten und Ratgeber“ dabei, freut sich Zwipf-Zaharia. Und als Vorsitzender der Carl-Orff-Stiftung ist Hiller diesmal nah dran an der Werkumsetzung, die ihm zuletzt so missfiel, sodass das Festival im vergangenen Jahr auslief. Nun ist die Stiftung wieder im Boot – mit Hiller und Finanzspritzen. Das Kloster stellt lediglich die Räumlichkeiten. „Wir wollen Orff in neuen Facetten zeigen“, betonte Zwipf-Zaharia gestern bei der Präsentation des Festival-Konzepts. Es soll nicht viel anders gemacht, dafür aber Unbekanntes gespielt werden. Ziel sei es, Orff mit anderen Werken als nur der „Carmina Burana“ nach draußen zu tragen. Dennoch steht der Hit zum Start 2017 auf dem Programm. „Aber in einer völlig unbekannten Fassung“, verspricht Hiller. Eine Produktion übrigens, die in Dießen herauskommt, denn das neue Festival hat mindestens zwei Spielorte – den Andechser Florianstadl und in Dießen zunächst ein Zelt.

In Andechs sollen Werke aufgeführt werden, die es dort noch nicht zu erleben gab. Zum Auftakt des neuen Spektakels mit dem Namen „Carl Orff-Festspiele Andechs & Ammersee“ steht auf dem Heiligen Berg mit „Diptychon“, auch als Weihnachts- und Osterspiel bekannt, ein szenisches Werk von Kommen und Gehen auf dem Programm. Die dritte Säule bildet der „Griechen-Zyklus“, der 2015 mit dem Figurentheater „Prometheus“ seinen Anfang nahm und 2017 mit „Ödipus“ fortgesetzt werden soll. Darüber hinaus sind kleinere Veranstaltungen rund um den Ammersee vorgesehen, die im Detail erst im Oktober feststehen. Dann beginnt auch der Vorverkauf.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mega-Cooler Kultseniorenabend! Neil Diamond in der Oly-Halle
Kontrastprogramm zur Wiesn: Am Donnerstagabend hat Neil Diamond die Olympiahalle mit seiner Coolness beehrt. Eine Kritik.
Mega-Cooler Kultseniorenabend! Neil Diamond in der Oly-Halle
Der Mut-Lacher
Mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ gelang Philippe de Chauveron ein Riesenerfolg. Nun setzt de Chauveron einen drauf: In „Hereinspaziert!“ übernimmt Christian …
Der Mut-Lacher
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Sting hat in seinem Musikerleben Songs geschrieben, die heute noch so gut funktionieren wie 1983 oder 1995. Davon macht er in der Olympiahalle Gebrauch - und seine Fans …
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Das Münchner Lenbachhaus zeigt in der Ausstellung „Normalzustand“ deutsche Undergroundfilme, die zwischen 1979 und den frühen Neunzigerjahren entstanden sind. 
Im Lenbachhaus geht der Punk ab

Kommentare