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Bassbariton Samuel Youn kommt am Mittwoch, 25. Juli, in Bayreuth zum Staatsempfang. Zuvor waren die 101. Bayreuther Festspiele mit der Oper "Der fliegende Holländer" eröffnet worden. Youn, der die Titelpartie erst vier Tage zuvor übernommen hatte, konnte das Publikum überzeugen.

Stimmen zum Auftakt der Festspiele

Neuer Holländer beweist Nervenstärke

Bayreuth - Für jede Menge Diskussionsstoff hat vor Kurzem die kurzfristige Neubesetzung der Titelrolle in "Der Fliegende Holländer" bei den Bayreuther Festspielen gesorgt. Zum Auftakt hat aber alles prima geklappt und der "Neue" erntet viel Lob.

Nicht nur im Festspielhaus hat Bassbariton Samuel Youn für seine Titelpartie in „Der Fliegende Holländer“ großen Jubel geerntet - auch beim Staatsempfang am späten Mittwochabend in Bayreuth war der Beifall groß. „Er hat Nervenstärke bewiesen. Hut ab“, lobte Dirigent Christian Thielemann den Südkoreaner, der die Rolle erst vier Tage zuvor übernommen hatte.

Sichtlich abgekämpft, aber glücklich zeigte sich Youn den prominenten Festspielgästen. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass das eine Notbesetzung war“, sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Youn war nach dem Tattoo-Skandal um Evgeny Nikitin kurzfristig eingesprungen.

„Jetzt wird gefeiert“, gab Regisseur Jan Philipp Gloger die Parole für das „Holländer“-Team aus. Seine Inszenierung erntete nicht ungeteilte Zustimmung. Halb so schlimm, fand Festspielchefin Katharina Wagner: „Über Regie kann man immer streiten.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Gefallen an der Eröffnungspremiere gefunden. Es sei außerordentlich gut gesungen und „sehr gut musiziert“ worden, sagte die CDU-Politikerin. Zur Inszenierung äußerte sie sich nicht.

„Es war traumhaft“, sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). „Ich habe nicht verstanden, dass gebuht wurde“, kommentierte er die Buhs des Publikums für das Regieteam, die sich unter den Beifall gemischt hatten. Dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) hatte der Abend im Festspielhaus ebenfalls zugesagt - anders war das noch im Vorjahr. Damals hatte er in deutlichen Worten die „Tannhäuser“-Inszenierung von Sebastian Baumgarten kritisiert. „Im Gegensatz zum vorigen Jahr bin ich heute wirklich beeindruckt.“

Den besonderen Reiz der Bayreuther Festspiele hob Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hervor: „Es war ein einmaliges Erlebnis. Das kann nur Bayreuth.“ Und Schauspielerin Michaela May fand: „Es war ein voller Genuss.“

dpa

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