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Geht es nach Horst Seehofer, soll noch vor der Landtagswahl 2018 im Münchner Werksviertel der Spatenstich für einen Konzertsaal erfolgen.

Seehofer bangt um seinen Spatenstich

Neuer Konzertsaal: Panne sorgt für Verzögerung

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  • Markus Thiel
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München - Nach einer Ausschreibungspanne für den Bau des neuen Münchner Konzertsaals droht dem Projekt im Werksviertel eine Verzögerung von „mindestens einigen Monaten“.

Der Baubeginn für Münchens Konzertsaal rückt um etliche Monate in die Ferne. Der Münchner Architekt Stephan Braunfelsbekommt nach seiner erfolgreichen Beschwerde bei der Vergabekammer eine neue Chance, sich beim Architektenwettbewerb zu beteiligen. „Es wird eine Nachbewertung für diesen einen Fall geben“, informierte die Staatskanzlei ohne Namensnennung nach einer Kabinettssitzung. Das bedeute eine Verzögerung mindestens „um einige Monate“.

Mehrere Teilnehmer berichten, Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sei erheblich besorgt und auch verärgert. Er sehe gravierende Fehler der Beamten in der Obersten Baubehörde. Dort wurden die Kriterien für die Ausschreibung festgelegt. Braunfels glaubt, die Details seien bewusst so festgezurrt worden, dass er ausscheide – der Architekt und der Freistaat liegen wegen Honorarfragen über Kreuz. Die unabhängige Vergabekammer der Regierung von Oberbayern gab seiner Beschwerde teilweise nach.

Braunfels‘ Variante wird nochmals geprüft

Stephan Braunfels darf nun doch am Architektenwettbewerb teilnehmen. 

Nun wird das Verfahren gestoppt, die rund 35 Entwürfe im Rennen bleiben vorerst liegen, Braunfels’ Variante wird nochmals geprüft. Die Panne ist also heilbar. Der Groll in der Staatsregierung liegt freilich im wackelnden Zeitplan begründet. Seehofer will unbedingt vor der Landtagswahl im Herbst 2018 den Spatenstich im Werksviertel setzen. Offizielle Version: Das Projekt solle unumkehrbar sein. Noch ist das realisierbar, wenn Ende 2017 die Aufträge vergeben werden. Falls aber weitere Klagen folgen, bricht diese Planung wohl zusammen; Verzögerungen bringen Kostenmehrungen – hässliche Schlagzeilen kurz vor der Wahl. Innenminister Joachim Herrmann (CSU), dem die Baubehörde untersteht, sagte unserer Zeitung, die Verzögerung sei „nicht erfreulich“, so etwas komme aber schon mal vor. „Jetzt müssen wir sehen, dass wir so schnell wie möglich vorankommen.“

Architekt Stephan Braunfels gibt sich indes siegessicher: „Ich glaube zu 100 Prozent, dass mein Entwurf angenommen wird.“ Zur Not werde er bis zur obersten Instanz gehen, sagte der 66-Jährige. „Dann wird allerdings keine Verzögerung von ein paar Monaten daraus, sondern locker von einem Dreivierteljahr.“

Das BR-Symphonieorchester bleibt gelassen

Beim BR-Symphonieorchester, Hauptnutzer des neuen Konzertsaals, sieht man alles nach einer immerhin 15-jährigen Standortsuche gelassen. „Wir werden den erweiterten Zeitrahmen dafür nützen, die Erfahrungen und Erkenntnisse unserer jüngsten Tournee einzubringen, und an die Wettbewerbsjury weiterzugeben“, teilte Manager Nikolaus Pont mit. 

Lesen Sie hier den Kommentar unseres Kulturredakteurs Markus Thiel zum Streit um das Vergabeverfahren.   

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